Was wäre ich ohne Erdäpfel?


 

Erdäpfel waren mal das wichtigste Grundnahrungsmittel im Mühlviertel. Ich bin mit Erdäpfelnudeln, Knödeln aus Erdäpfelteig mit Füllungen von fleischig bis süss, Leinöl-Erdäpfeln und Kartoffelpüree aufgewachsen. Heute werden nicht mehr so viele Erdäpfel, die auf unseren kargen Gneisböden übrigens besonders gut gedeihen, gegessen. Aber eine Tradition hat sich erhalten: selbst zu ohnenhin kohlehydratreichen Gerichten wie Fleischknödeln, Wiener Schnitzel mit Reis, Gulasch oder Schweisbraten mit Semmelknödel, werden immer noch ein, zwei Erdäpfel dazu gelegt und auch meist gegessen. H., der nicht aus dem Mühlviertel stammt, lacht mich immer aus, wenn ich mich über Wiener Schnitzel mit Reis und Erdäpfeln freue.
Das folgende Gericht ist für mich an fleischfreien Tagen das, was für viele Vegetarier Getreidelaibchen sind. Da ich dauerhaft Grünkernlaibchen-geschädigt bin, bevorzuge ich Laibchen aus der heissgeliebten Knolle.

Erdäpfellaibchen
Zutaten für 4 Portionen: 

500 g festkochende Erdäpfel, mit Schale weich gekocht
1 EL Gänseschmalz
1 kleine rote Zwiebel, gehackt
1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
Blattpetersilie, gehackt
2 EL Creme Fraiche
1 Ei
1 Eigelb
2 geh. EL Hartweizengries, fein
1-2 geh. EL Kartoffelmehl
Salz
Muskat
schwarzer Pfeffer

Weissbrotbrösel
3 EL Gänseschmalz, Butterschmalz oder Öl zum Braten

Zubereitung:
Die Erdäpfel schälen und noch warm grob zerstampfen. Es sollen Stückchen drin bleiben, also nicht irgendwie passieren. Zwiebel, Knoblauch und Petersilie in Gänseschmalz anschwitzen. Alle Zutaten kurz mit einem Kochlöffel vermengen. Etwas rasten lassen. Kleine Laibchen formen, in Brösel wutzeln und knusprig braten.

Wir hatten Schnittlauchrahm dazu (und H. einen Extra-Teller mit Räucherlachs). Ein grüner Salat macht sich auch gut. Oder Sauerkraut. Man kann mit Speck-, Schinken-, Gemüse- oder Käsewürferl in der Masse variieren.

Aus übriggebliebener Masse habe ich  kleine Kugerl geformt. gebacken und in einer Selleriecremesuppe als AntiKälte-Essen serviert.

Kommentare:

  1. Köstlich, sowohl Dein Rezept als auch die Formulierung "in Brösel wutzeln", beides merke ich mir ;-)
    amüsierte Grüße von Sabine

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  2. Mir geht´s wie dir: Erdäpfel könnt ich jeden Tag essen, das fängt bei knusprigen Erdäpfelpuffern mit Rahm an, geht über Schupfnudeln und Erdäpfelsalat bis zu Erdäpfelknödl zum Schweinsbraten. Am meisten hab ich als Kind heiße Erdäpfel mit kalter Butter und Salz geliebt - das nasch ich auch jetzt noch, sobald irgendwo in der Küche ein heißer Erdapfel auftaucht ;-) ...

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    1. Stimmt, Küchenschabe!
      Du bist ja auch eine Erdäpfel-Liebhaberin. Ja, Erdäpfel mit Butter und Salz, -salat, -puffer - die gehören auch oft auf meinen Tisch!
      Übrigens wegen heute abend: beim Inder gibt es auch Erdäpfel in manchen Gerichten ..... ;-)

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  3. Sehr schöne Anregung, die ich heute abend direkt umsetzen werde. Ich könnte auch nicht ohne Kartoffeln, und ich habe noch ein Säckchen der wunderbaren Bio-Sieglinde aus Norddeutschland. Wenn das leer ist, muss ich mich endlich mal um eine gute Kartoffelquelle in meiner Gegend kümmern.

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  4. Christin,
    in meinen Chefkoch-Profil stand als Motto: lieber eine Kartoffel mit Landbutter als eine Garnele von Discounter!
    Deinen Kommentar habe ich als Anstoss dazu genützt, deinen Blog endlich in meine Roll aufzunehmen. Eine Schande, dass du mir so lange (bis zum Adventskalender) entgangen bist.

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  5. Ich bzw. wir bloggen ja auch nur unregelmäßig und stehen, wie unschwer zu sehen ist, ganz am Anfang. Unsere Offline-Präsenz fordert derzeit noch mehr Zeit und Kraft als die im Netz ;).

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  6. Von den Dingern kannste leben. Ist so. Ich steh` auch drauf!

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  7. Ja, Buttererdäpfel...so heißt´s in der Steiermark.
    Ein Genuß...
    Ich habe einen Erdäpfelbauern, der mich mit wunderbaren rotschaligen Erdäpfeln verwöhnt. LG Evelyn

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  8. ohne Erdäpfel wär ich auch verloren - hatte übrigens welche.
    Ich brauche keinen Reis zum Schnitzerl sondern nur Petersilerdäpferl.
    Im Sommer gabs bei mir daheim desöferen statt einer Suppe Salat mit Erdäpfel.
    Kennst du den Räuberschedl? Auch ein grandioses Erdäpfelgericht.

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  9. Räuberschedl? Den hat eine mit meiner Familie befreundete Bäuerin manchmal gemacht. Ich erinnere mich vage an geriebene und in im Rohr gebackene Erdäpfel, stimmt das?

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  10. genau! serviert mit Sauerkraut und Apfelkompott!

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