Schiach und sauguat




So manche Küchenkreationen sind nicht schön anzusehen, vor allem nicht auf meinen Amateurfotos. Aber sie schmecken! Obwohl: gegrillter Radicchio, leichte Balsamico-Vinaigrette und geschmolzener Blauschimmelkäse würde sogar meisterliche Food-Stylisten vor Probleme stellen. Wahrscheinlich würden sie den Radicchio roh belassen, den Käse nicht schmelzen und Balsamicoreduktion verwenden, damit alles besser aussieht. Aber ich mache keine Schummelfotos. Das, was gekocht und gegessen wird, wird auch so fotografiert, basta.

Entrecote, Stilton, Radicchio, Apfel-Bratkartoffel
Zutaten für 2 Portionen:

2 dicke Schnitten Entrecote, mariniert in W-Sauce, Basilikumöl und scharfem Pimenton de la Vera
ca. 30 g Stilton oder anderen festen, milden Blauschimmelkäse
(bei mir gibt es diesen Tiroler Blauschimmelkäse, mehr als ein Ersatz)

Beilage:
ca. 2 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe in Scheiben
1 kleine, rote Zwiebel in Scheiben
1 grosse, fest kochende Kartoffel, gewürfelt, halbgar gekocht
1 säuerlicher Apfel, mit Schale gewürfelt (gleich gross wie Kartoffelwürfel)
1 kleiner Trevisiano, zerteilt

2 EL guter Balsamico
1 Spritzer Rindssuppe oder Wasser
Salzflocken
grober schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Backrohr  auf 100 g vorheizen. Fleisch kurz anbraten, mit Stilton belegen, ins Rohr schieben. Bratensatz mit Balsamico, Suppe/Wasser aufgiessen, leicht einkochen, abgiessen. 1 EL Olivenöl in die Pfanne, Zwiebeln anrösten, Knoblauch weich schmoren, aus der Pfanne nehmen. Kartoffeln in restlichem Öl knusprig braun braten, Äpfel kurz mit braten, mit Zwiebeln und Knoblauch vermischen, warm stellen. Radicchio bei starker Hitze in die Pfanne geben, kurz durchrösten, mit etwas Balsamicosauce vermischen. Jetzt sind auch die Entrecotes fertig, der Käse geschmolzen. Alles zusammen anrichten. Wie, ist eh egal, es wird nie gut aussehen!

Wein: Chianti. Denn der verschwindet sonst komplett aus der Wahrnehmung von Weinfreunden und er passt auch wirklich gut.

12 Kommentare:

  1. Rembrandt malte vorzugsweise in der reichen Farbpalette der braunen Ockertöne. Farbiges Gemüse oder schlimmer noch, essbare Blüten, würden auf deinem Teller nur stören.

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  2. Ich habe erstmal nachgeschaut, was "schiach" heisst.
    "Hässlich"??? Nein, heftigster Widerspruch, hässlich sieht es nicht aus! Es sieht "sauguat" aus ;-)

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  3. Jetzt komme ich mit meinem Kommentar raus, bevor ich angefangen habe, ihn zu schreiben, weil ich mit den Augen bei Robert hängen geblieben bin: er hat recht, das sind eindeutig Rembrandt-Farben - ein zu schöner Vergleich!

    Ich weiß gar nicht mehr, was ich schreiben wollte...

    Schade nur, dass Radicchio in Südfrankreich nicht bekannt zu sein scheint.

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  4. Radicchio ist echt fies im Aussehen, wenn er gebraten wurde. Aber schiach sind deine Teller wirklich nie.

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  5. Lamiacucina,
    essbare Blueten, das ist es! ich haette meine tapfer dem Schnee trotzenden, violetten Hornveilchen dazu verwenden koennen. Oder das Foto mit etwas Sepia noch mehr in Richtung Rembrandt tunen ...

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  6. Das ist doch nicht schiach, sondern schee :-).

    Und ich könnte Dir noch meine letzte gelbe Ringelblume anbieten.

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  7. Ti saluto Ticino,
    dann kannst du gut abstrahieren.

    grain de sel,
    kein Radicchio in Suedfrankreich? Interessant. Aber er ist ja in erster Linie in Norditalien heimisch, in Sueditalien wird er wahrscheinlich auch nicht gut gedeihen.

    Turbohausfrau,
    es ist ja auch der Kaese und die duenne, vinaigrette-artige Sauce, die das ganze so unansehnlich machen.

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  8. bushcook,
    danke fuer das Ringelblumen-Angebot :-)
    Ich wollte mal eine Lanze fuer die haesslichen Entlein am Teller brechen. Rotbraune Gerichte wirken selten attraktiv.

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  9. Also mir läuft das Wasser im Mund zusammen, und das ist doch wohl der beste Beweis, dass dieses Bild bitteschön appetitanregend ist ;-)

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  10. Ellja, I
    echt?
    Wenn ich nicht wuestte, was genau am Teller ist, wuerde mich die Optik abschrecken.

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  11. Mit den Models der Hochglanzfoodfotografie verhält es sich wie mit denen von Mode, Werbung usw.
    Sie mögen optisch glänzen, wirken aber aus der Nähe bisweilen einheitlich langweilig.

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  12. Für mich sieht das - gerade an einem Frosttag wie heute - auch total lecker aus!
    Das Urteil hängt sicherlich von der jeweiligen Assoziation ab. (Die ländliche Umgebung bis zur Volljährigkeit hat mein ästhetisches Empfinden wohl nicht nachteilig beeinflusst ;)

    Christine

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