Himbeertarte mit Tahitivanille

 Ungeduldig habe ich die Himbeertarte schon lauwarm portioniert, daher bekommt sie keinen Schönheitspreis. Nach einer Stunde Rastzeit war sie aber genau richtig in der Konsistenz.

An diesen regnerischen Herbsttagen überkommt mich eine unbändige Lust auf Kuchen mit Früchten. Und es schadet auch nicht, wenn das Backrohr etwas Wärme in die Küche bringt. So gab es kürzlich nach dem Büro eine schnelle Himbeertarte. Den Guss mit Tahitivanille habe ich einfach so nach Gefühl zusammengerührt und er schmeckte besser als alle bisher probierten. Daher habe ich ihn rekonstruiert und notiert. Durch die Zugabe von Magertopfen ist der Guss nicht allzu üppig und bekommt eine feine Konsistenz, nicht ganz so puddingartig wie manche übliche Eiercremen.

Volkszählung in der Foodbloggerwelt

BRIGITTE-Food-Blog-Award

 Schon wieder ein Äwooord, gähn! Dachte ich, als ich bei Herrn Paulsen, der ein Jurymitglied ist, über den Brigitte Foodblog Award 2011 las. Aber dann las ich das Procedere und dachte mir, das könnte eine Art Volkszählung werden, wie es sie bisher nicht gab in der Foodbloggerwelt. Schon jetzt habe ich tolle Blogs entdeckt, die mir bisher entgangen sind. Man kocht so sein Süppchen in der eigenen Community, die sich so mit der Zeit ergibt. Und wenn man weder Twittert noch Facebooked ist das Blickfeld eher beschränkt. Jetzt, nach wenigen Tagen, tut mir schon die Jury leid, ich glaube es sind schon mindestens 200 Blogs, die vorgeschlagen wurden. Die alle zu Sichten und zu Bewerten, na Servas!

Ich habe mich selbst mit meinem Küchentanz vorgeschlagen (und damit meine Wette gewonnen, liebe E.!!). H. oder eine Freundin darum zu bitten, mich vorzuschlagen, erschien mir etwas verklemmt, daher habe ich das lieber ganz unverschämt selbst gemacht. Auch in dem Bewusstsein, dass ich mit meinem Nischenblog sowieso unter "ferner liefen" lande und mit Frauenzeitschriften so meine Probleme habe.

Weiters habe ich eher leise und besondere Lieblingsblogs von mir, die bisher noch nicht vorgeschlagen wurden, mit dem folgenden Kommentar ins Spiel gebracht:

http://chezuli.wordpress.com
chezuli und La Boca sind durch ihre kurze, prägnante Art und durch gekonnte, individuelle Rezepte  eine Ausnahmeerscheinung unter den Foodies.

http://www.esskultur.at/
katha ist eine personifizierte Enzyklopädie an Fachwissen über Lebensmittel. Liest sich aber trotzdem sehr persönlich, entspannt und vergnüglich. Legendär sind ihre Listen.

http://almondcorner.blogspot.com/
chrisi bloggt englisch und ungarisch. Ich bewundere ihre puristische Anrichteweise und die schönen Fotos.

http://cosycooking.com/
Birgit bringt das Kunststück fertig, gesunde Gerichte und ökologische Produkte sehr modern und mit ausserordentlich schönen Fotos zu präsentieren.

http://2stepsawayfromparadise.blogspot.com/
Ellja ist die uneitelste Bloggerin, die ich kenne. Dabei ist ihr Blog mit vielen regionalen Rezepten eine echte Perle.
Und damit es auch wirklich eine echte Bestandsaufnahme wird, fordere ich  zum Mitmachen oder Vorschlagen auf! Die Teilnahmebedingungen für die Blogs (min. 6 Monate im Netz, etc.) findet ihr hier:
BRIGITTE-Food-Blog-Award

Pollo Cacciatore - ein bisschen aufgebretzelt


Ich habe mir am Samstag mit H. die letzte Tour de France-Alpen-Etappe angesehen. Dabei wurden wir etwas nostalgisch und dachten an unsere schönen Radtouren durch die italienischen Berge. Unvergesslich ist mir ein Coniglio Cacciatiore, mit hungriger Begeisterung verschlungen in einer Osteria nach der Abfahrt vom Tonale Pass im Trentino. Die Wirtin hat dieses, in ganz Italien verbreitete und je nach Region mit ganz unterschiedlichen Zutaten bereitete, Gericht mit frischen Eierschwammerln, Speck und Weisswein zubereitet und mit Polenta serviert. Als Reminiszenz habe ich am Samstag Schlierbacher Wildhuhn und frische Mühlviertler Eierschwammerl auf "Jägerart" zubereitet. Ich wollte allerdings ein etwas elegantes und nicht zu rustikales Gericht, daher habe ich etwas mehr Aufwand hineingesteckt. 

Morgendliche Inspiration

Schnell gekocht: Spaghetti mit Zitronen-Basilikum-Chili-Sauce. Die frischen Zutaten wachsen auf der Terrasse.

Schnell kanns gehen ...

 Grade noch spiegelglatt und wunderbar zum Schwimmen ....



..... kann der See innerhalb weniger Minuten ziemlich wild werden

Gestern gab es 2 m hohe Wellen und einige Boote in Seenot. Zum Glück konnte die Wasserrettung alle rechtzeitig aus dem See fischen. Wir hatten es lustiger, sahen vom Wohnzimmerfenster dem Naturschauspiel im Trockenen zu, nachdem wir an der Mole gemeinsam mit den Nachbarn durch die Luft fliegende Bikinioberteile, Luftmatratzen, Liegestühle, Handtücher eingefangen hatten.

Sommerliche Entschleunigung



In den nächsten Wochen werde ich nur sporadisch posten. Denn ich muss mich, neben ein paar, zur Abwechslung auch gerne willkommenen Arbeitstagen, überwiegend um meine neuen Freunde, die Fische, die Haubentaucher, Stockenten und  Schwäne kümmern. Keine Angst: wir esse nur die Fische, keine Schwäne!


Glücksfall: der Fischer, der sein Boot in unserem Bootshaus eingestellt hat. Ich treffe ihn täglich beim Morgenschwumm, wenn er die Netze leert und erfahre, ob es frische Reinanken gibt oder nicht. Die kaufe ich dann ein paar Stunden später bei ihm im benachbarten Haus, grün oder frisch geräuchert.

Wer mag Wanzenkraut?


Es geht hier um Koriander, Cilantro, Chinesische Petersilie, eines der ältesten Gewürze der Welt, dessen Samen im Grab Tutenchamons gefunden wurden und von Apicius in über 70 Rezepten verwendet wurde. Eine Gewürzpflanze, die manche heiss lieben und andere verabscheuen. 

Sorbettage: Ananas-Ingwer-Sorbet

Kühles Sorbet nach einem heissen Arbeitstag ist wie Urlaub

Robert von Lamiacucina scheint meine Liebe zu Sorbets zu teilen, wie seine neueste Kreation zeigt.
Ananas würde ich derzeit nicht unbedingt kaufen - es gibt ja noch Kirschen! Aber mein Dealer hat mir eine vollreife Flugananas geschenkt. Da konnte ich nicht nein sagen, wäre ja schade gewesen, wenn sie verdorben wäre.

"Asiatisch" kochen - was ist authentisch?


Rinderfiletspitzen balinesisch, Kokosreis

Ich koche gerne indonesisch, malaysisch, indisch, thailändisch, koreanisch, chinesisch, .....
Ich war aber noch nie in einem dieser Länder. Ich kann zwar indischen Köchen im Restaurant meines Freundes Bitu auf die Finger schauen und bei privaten Essen von seiner Frau einiges lernen, aber ausserhalb nordindischer Küche bin ich auf Kochbücher und Restaurantbesuche angewiesen. Ich halte mich dann nie akribisch an vorgegebene Rezepte. Viele Zutaten bekommt man ja bei uns, trotz der Asia-Hype in der Gastronomie gar nicht, oder nicht in der von mir gewünschten Qualität (ich möchte keinen tiefgekühlten Pomfret oder Tigerprawns, deren Herkunft ich nicht kenne). Umso mehr lege ich Wert darauf, mich über Esskultur und authentische Zubereitungsarten zu informieren. Das Stöbern in Literatur und Kochbüchern, der Besuch in guten Restaurants, das alleine ist schon eine vergnügliche Reise im Kopf. Dafür erlaube ich mir dann bei Kochen Improvisation bei den Zutaten und ersetze exotische Fische, Gemüse, Krustentiere durch heimische Produkte. Diese Abweichung vom Original erlaube ich mir, weil mir Produktqualität wichtiger ist Authentizität.

Mit mir ist nicht gut Kirschen essen

 Diese schwarzen, knackigen, türkischen  (Weinviertler, sagte mein Dealer soeben auf Nachfrage) Kirschen kamen dem bisherigen Spitzenreiter meiner Kirschenhitparade, den Kirschen von Lesbos, sehr nahe

Mit den hundertachziggradlern ist gerade mit einem wunderbaren Dessert gut Kirschen essen. Mit mir nicht. Denn jeder, der mit mir Kirschen isst, kommt zu kurz. Bei diesem nur kurz verfügbaren Obst entwickle ich eine Gier, die nur mit der von Alexis Sorbas vergleichbar ist. Der hat sich mit einer Überdosis von seiner Kirschengier geheilt. Bei mir gibt es keine Überdosis. 
Die besten Kirschen meines Lebens waren subjektiv die gestohlenen vom Baum im Nachbarsgarten (viel besser als die eigenen!). Ohne Kindheitsnostalgie betrachtet, waren es griechische Kirschen, gegessen in Olympos, einem Bergdorf auf Lesbos. Wir bekamen eine grosse Schüssel von riesigen, frisch gepflückten Kirschen serviert, die unglaublich  intensiv, fast nach Heidelbeeren,  schmeckten und H. und mich ebenso intensiv an Händen und Mündern blau färbten. H. verfärbte etwas weniger als ich, denn er erwischte kaum was von den köstlichen Früchten. Solidarität, Freundschaft, Liebe - beim Kirschenteilen hört das alles auf.

Kirschragout (minimal mariniert mit etwas Kirschschnaps aus der Scharten und ganz wenig Zucker), Vanille-Limetten-Eis, Kokosstreusel

Rauner - jetzt oder nie!


Rauner, Rote Beete, Roten Rüben - irgendwie landen sie bei uns immer in herbstlichen und winterlichen Gerichten.  Skandinavier, Briten (und Norddeutsche?) sind da etwas offener. Sie servieren Rote Rüben dann, wenn sie am besten sind. Und das ist jetzt. Zart und gar nicht erdig oder gar holzig präsentiert sie dieses Wurzelgemüse, das ich im Küchentanz schon öfter gewürdigt habe (siehe Rezeptlinks unten). Vor einigen Tagen gab es zur Freude von H. ein schnelles RR-Gericht kombiniert mit Matjes. Dieses Tartare passt aber auch gut zu Räucherfisch und Kren, dann sind wir aber wieder im Herbst gelandet. Wettermässig ist ja eher Herbst als Sommer.

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