Schon wieder Rote Rüben und gleich mal zwei!

Vorspeise bei Foodbloggerinnen-Menü, Rezept 1


Rezept 2, Vorspeise beim Herbstmenü, von dem demnächst berichtet wird

Schön langsam bekomme ich einiges an eigenen Rote Rüben-Rezepten zusammen.
Wenn ich der Flut an Kochbüchern noch eines hinzufügen würde, dann wäre das ein Rote Rüben-Kochbuch. Und ich würde es allen denen widmen, die sagen: Rote Rüben mag ich nicht, weil als Kind, der Salat der Oma, Mama, im Internat, der aus dem Glas, schrecklich, grauslich, ....
Das sind ja nicht wenige, stimmts liebe Ellja, lieber Max, liebe Tamara, lieber Heinrich, liebe Eline, ......
Die neuesten zwei Ruamrezepte, mit ganz ähnlichen Komponenten, aber doch völlig anderem Erscheinungsbild und unterschiedlichen Konsistenzen waren Vorspeisen beim Foodbloggerinnen-Menü und beim Herbstmenü. Die lieben Bloggerinnen dienten mir ein bisschen als Testerinnen für das zwei Tage später geplante Herbstmenü, ob die Geschmäcker kompatibel sind.
Sie bekamen das folgende Gericht vorgesetzt:


Rezept 1:
Raunerschaum, Pfeffer-Rahmeis, Sonnenblumenpesto, Birne
Zutaten für 4 kleine Vorspeisenportionen:
Raunerschaum:
ca. 4 mittelgrosse Rote Rüben
1 geh. TL Salz
1 geh. TL Zucker
2 Lorbeerblätter
1/2 TL Kümmel
200 ml kräftige Rindsuppe
2 EL Butter
1 Spritzer Zitronensaft
weisser Pfeffer
Salz
Zucker

Pfeffer-Rahmeis:
1 Becher saurer Rahm
1 gestr. TL weisse Pfefferkörner, gemörsert (werden schnell ranzig, daher nur frische, duftende verwenden)
Salz
2 EL Invertzucker
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
2 EL bester Gin

Sonnenblumenpesto(siehe Rezept 2)
Mohnknäckebrot
4 Würfel von der Williamsbirne, ca. 2 cm Kantenlänge


Zubereitung:
Rote Rüben mit Salz, Zucker, Kümmel, Lorbeer in Wasser weich kochen, schälen, grob zerkleinern. In einem Blender mit der Rindsuppe, Butter, Zitronensaft, sehr fein mixen, durch ein Haarsieb streichen, würzen. Heiss in den Gourmetwhip füllen. Oder mit dem Mixstab kurz vor dem Servieren aufschäumen. 
Eis:
Alle Zutaten kalt verrühren und am besten über Nacht reifen lassen, durch ein Haarsieb streichen, frieren. 
In kleine Schüsseln je ein Nockerl Eis legen, den heissen Schaum in einen tiefen, engen Behälter spritzen, zu einer leicht schaumigen Konsistenz rühren und moderat heiss auf das Eis geben. Mit Mohnknäcke servieren. Dazu ein Birnenspiess mit Sonnenblumenpesto.




Zwei Tage später ging es dann mit den gleichen Komponenten: Rote Rüben, Milchprodukt, Sonnenblumenpesto, Birne weiter. Diesmal aber als eine Art "Carpaccio", obwohl ich diese Bezeichnung für alles ausser rohem, dünn geklopften Fleisch nicht mag.
Wie schon so oft, ist die Vorlage für dieses Gemüsegericht von Helmut Rachinger vom Mühltalhof.  Kleine Abwandlungen verstehen sich von selbst und sind auch saisonal bedingt: Meine Rauner werden gebacken, so schmecken sie intensiver als gekocht. Und ich habe Schaffrischkäse dazu gegeben und bei der Vinaigrette saisonal bedingt Marillen durch Birnen ersetzt. 


Rezept 2:
Gebackene Rauner, Sonnenblumenpesto, Schaffrischkäse, Birnenvinaigrette
Zutaten für 6 Vorspeisenportionen:
500 g junge rote Rüben (Rauner)
4 EL grobes Meersalz
4 EL Zucker
3 kleine Thymianzweige

Birnen-Chili-Vinaigrette:
2 EL neutrales Öl
1 EL Hollunderblüten-Balsamico (oder Birnen-Balsamico)
2 TL gelbe Chilisauce
2 TL fein pürierte, vollreife Birnen
ein bisschen Salz

Sonnenblumenpesto:
1 kleine Schalotte, feinst gehackt
50 g Sonnenblumenkerne
50 ml bestes, kaltgepresstes Sonnenblumenkernöl
je 1 Prise Salz, Zucker

150 g fester Schaffrischkäse
zarte Rote Rüben Blättchen
Birnenwürferl



Zubereitung:
Die gewaschenen, aber ungeschälten Roten Rüben legt man in einen dickwandigen, nicht zu hohen Topf auf Pergamentpapier/Backpapier/Alufolie. darauf ein Bett aus Salz und Zucker. Darüber ein paar kleine Thymianzweige. Mit Papier/Folie verschliessen und bei 180 Grad in das Rohr. Zarte junge Rüben sind in ca. 1 h fertig. Sofort aus dem Salzbett nehmen, abwischen und leicht abkühlen lassen. Schälen. Die Rauner in ca. 2 mm dicke Scheiben schneiden oder hobeln. 

Pesto:
Sonnenblumenkerne in etwas Öl mittelbraun rösten, Schalotte in etwas Öl hell anrösten. Alles nicht zu fein mörsern, restliches Öl und Gewürze unterrühren. Schmeckt besonders gut nach 2-3 Tagen.

Teller mit Vinaigrette bestreichen, Raunerscheiben auflegen. Anrichten mit kleinen Tupfern Sonnenblumenpesto sowie kleinen, zerbröselten Schafsfrischkäsestückchen und Fäden der Birnenvinaigrette. Garnieren mit Blättchen und Birnenwürfel. 

Wein: zu beiden Gerichten passt Riesling von der Mosel ganz ausgezeichnet.

16 Kommentare:

  1. Supersuper, heute schon das rezept, so fleißig, danke! Und der Mitkoch freut sich auch, der darf am Wochenende probieren ...

    AntwortenLöschen
  2. Eline, ich werde die Suppe in bester Kombination mit dem Eis bestimmt mal nachkochen. Bei mir darf es wohl einfach nur nicht zu süßlich sein, was ja bei roten Rüben recht schnell der Fall sein kann. Aber ganz ablehnen, ohne zu kosten, würde ich sowieso nichts, da bin ich eh viel zu neugierig ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Kuechenschabe,
    bitte berichte, wie es euch geschmeckt hat.

    AntwortenLöschen
  4. Ellja,
    Schaerfe und Fruchtsaeure geben der erdigen Suesse gut Kontra. Kreneis passt daher auch gut, ist aber winterlicher.
    ich hab mal roteruebenknoedel gemacht mit mohnpesto, da hatte ich nach einem kleinen Knoedel schon genug, weil das zu suess war.

    AntwortenLöschen
  5. Die rote Beete hats einfach verdient.
    Wie viele hab ich sie auch erst im Erwachsenenalter für mich entdeckt und wundere mich immer wieder über die Vielseitigkeit, wie man an deinen zwei Beispielen sehen kann.
    Sehr schön.

    AntwortenLöschen
  6. Suse,
    ja, das ungeliebte Stiefkind hat wirklich mehr Zuwendung verdient.
    Ich glaub, so um die 10 bis 20 Leser hätte mein Rote Rüben-Kochbuch schon! ;-)

    AntwortenLöschen
  7. ich würd' mitschreiben. und oute mich als immer-schon-rote-rüben-liebende. was meine mutter zweifeln lässt, ob ich ihr kind bin ;-)

    AntwortenLöschen
  8. zwei oder drei rote rüben rezepte hätt ich auch für dein buch ;-)

    AntwortenLöschen
  9. gourmetwhip, eismaschine (oder einfach so eingefroren? aber das wär ja dann eher ein eisblock...) - so technisch avanciert ist meine winzküche leider nicht. aber ich mag die ruam zum glück auch einfach in alufolie stundenlang im rohr gegart, mit butter und salz und frisch gerissenem kren und zitronensaft drüber, und einem glasl prosecco dazu. essen würd ich deine variante aber auch. so schön!

    AntwortenLöschen
  10. katha, kuechenschabe!
    ob wir auf 100 rezepte kaemen?

    queenofsoup,
    so aus dem rohr gebacken, haben wir sie im alltag auch oft. der gourmetwhip ist verzichtbar. mit einem Mixer etwas aufschlagen geht auch gut. o
    nur eis ohne eismaschine geht nicht so wirklich gut. man muesste relativ oft umruehren, um ein halbweg cremiges eis zu bekommen. als ersatz: die pfeffrige rahmmasse sehr, sehr stark kuehlen. das schmeckt auch gut kontrastig.

    AntwortenLöschen
  11. hundert - das wäre eine ziemliche vorgabe, aber müssten sich vielleicht schon auftreiben lassen ...
    und sag nicht, der gourmetwhip ist verzichtbar, wo ich mir extra wegen deines rezeptes gestern einen gekauft habe :-)

    AntwortenLöschen
  12. liebe kuechenschabe,
    du wirst den whip schon viel gebrauchen koennen. aber ich hab gestern fuer h. und mich von ein paar restlichen rauner und einen pfeffereisrest ein kleines alltagsabendessen gemacht, ohne whip, aus faulheit und weil ich mit den kapseln sparsam umgehe, es war auch sehr gut.

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Eline,
    am Wochenende hab ich den Rote-Rüben-Schaum mit Sauerrahmeis probiert und es war hervorragend: guten weißen Pfeffer hab ich zwar nicht bekommen, aber Kampot-Pfeffer war ein würdiger Ersatz. Wirklich ein unglaublich gutes Rezept! Danke nochmals

    AntwortenLöschen
  14. Küchenschabe,

    das freut mich! Im Winter passt auch frischer Krensaft im Eis ganz wunderbar.

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...