Es rührt sich was ....


Schön ist das. Es rührt sich was bei den Foodbloggern. Regionale und biologische Lebensmittel, Tierhaltung, Einkaufslisten stehen plötzlich im Mittelpunkt. Angestossen von esskultur, bei Arthurs Tochter kocht, bei NutriCulinary.

Wer meinen Küchentanz kennt, weiss, dass ich Regionalität und bewusstes Essen schon lange lebe zu leben versuche. Anfangs kam ich mir oft vor, wie die einsame Ruferin in der Wüste. Jetzt nicht mehr, da rufen einige ganz schön laut und ich hoffe, es wird ein Chor! 




Flammende Aufrufe oder lange Listen sind nicht so mein Art, dafür gibt es wesentlich talentiertere Blogger. Ich sehe meinen Beitrag eher darin, in meinem Küchentanz zu zeigen, dass diese Art, sich zu ernähren*, kaum Verzicht bedeutet, sondern grossen Genussgewinn verheisst. Jeder wahrhaftig hedonistische Mensch müsste konsequenterweise so leben! Ich verzichte auf nichts, wenn ich in Binnenländern keine Jakobsmuscheln, Garnelen, Thunfisch esse. Selbst wenn diese Produkte nicht aus dubiosen Zuchten stammen, der lange Transportweg ist nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein geschmackliches Problem. Das schmeckt jeder, der frisch gefangenen Fisch/Krustentiere direkt am Meer je genossen hat. Neben allen ethischen Begründungen für einen bewussteren Lebensstil, die ich teile und für wichtig halte, gibt es für mich auch noch die nicht unwesentliche Begründung des puren und unverfälschten Geschmackes, der nur in frischen, saisonalen und vor allem natürlich hergestellten Produkten steckt. 
Beispiele? Es ist schmeckbar, ob ein Ei von einem mit Naturnahrung gefütterten Huhn stammt oder von einem, das mit Fischmehl vermengtes Industriefutter fressen muss. Milch von Kühen, die Silofutter fressen müssen, stinkt, Milch von Weidevieh, das im Winter Heu frisst, nicht. Diesen Unterschied merkt man dann  auch in allen Milchprodukten von  Butter über  Joghurt bis zum Käse. Kohlgemüse: Bio-Karfiol, -Weisskraut oder -Wirsing riechen beim Kochen viel weniger nach Kohl und schmecken deutlich besser als konventionelle Ware.  
Dabei ist nicht wichtig, ob ein Produkt ein Bio-Siegel hat. Kleinstproduzenten können sich solche Zertifizierungen sowieso vom Aufwand her und finanziell nicht leisten. Wenn man die Produzenten und ihr Umfeld kennt, weiss man, wie die Produkte entstehen, was gefüttert, was gespritzt, was beigefügt wird. Wenn man neben dem erforderlichen Grundwissen seinem Geruchs- und Geschmacksinn vertraut, liegt man richtig und kauft automatisch gute Ware ein. Ich habe viele Jahre nach guten Bio-Erdäpfeln gesucht und sie erst vor drei, vier Jahren gefunden. Bei Erdäpfeln ist die Bodenbeschaffenheit so wichtig, dass Bio von Lehmböden schlechter schmeckt als  gute, wenig gedüngte konventionelle Erdäpfeln von Gneisböden. Wenn man dann Bio-Erdäpfel einer guten Sorte von einem kargen Gneisboden bekommt, dann kann ein Erdapfel mit frischer Bio-Sauerrahmbutter sehr, sehr glücklich machen.


Bei Ernährung, einem so lebenswichtigen Bestandteil unseres Alltags, kommt der Fundamentalismus so schnell zum Vorschein wie bei Religion und Politik. Ich selbst mag schon seit meiner Kindheit keinen erhobenen Zeigefinger und schon gar keine fundamentalistischen Ideologien. Vielleicht kann man mit der Aussicht auf Genussgewinn manche Leute mehr überzeugen, als mit moralischen Appellen? Ich weiss es nicht, aber das ist "meine Baustelle", daher versuche ich es auf meine Art.

Ganz ohne Appell komme ich auch nicht aus, denn der folgende ist mir besonders wichtig und fehlt mir noch etwas in der blogübergreifenden Diskussion: 
Es ist wichtig, möglichst wenig generell und keinesfalls Frischware wie Fleisch, Ost, Gemüse, Brot in Supermärkten kaufen. Das ist die grösste Macht des Konsumenten. Mindert Überangebot, Lebensmittelvernichtung, Preisdruck auf Produzenten, Vernichtung kleiner Anbieter. Es geht und es macht Spass. Mit Phantasie und etwas Organisation, in kleinen Einkaufsgemeinschaften bekommt man nach einiger Zeit den richtigen Blick für mögliche Einkaufsquellen. Man muss auch nicht überallhin mit dem Auto fahren (ein beliebtes Argument gegen Direktkauf, obwohl die wenigsten zu Einkaufszentren und Supermärkten zu Fuss gehen): manche Produzenten beliefern einmal die Woche ihre regionalen Kunden, es gibt Verkaufsstellen, lokale Märkte, Online-Shops. 


Mein Bio-Lammfleisch kommt zum Beispiel zwei mal im Jahr vom Grundlsee, meine Freunde nehmen es mit, wenn sie sowieso dort Verwandte besuchen. Wachteln, Kaninchen  werden bei konspirativen Treffen an Tankstellen übergeben, wenn die Schwester des Bauern vom Mühlviertel in die Arbeit fährt, usw.  


*Ich wünsche mir einen deutschsprachigen, nicht moralisierenden, prägnanten Begriff, der diese Art sich zu ernähren definiert, mit allen Facetten:  regional, saisonal, biologisch, tiergerecht, kostenwahr, antimonopolistisch, sozial gerecht, nachhaltig (ein schreckliches Wort, das ich verabscheue),.....
Wäre schön, wenn wir so einen Begriff finden könnten und damit ein Markenzeichen für Foodblogs machten könnten, die sich dieser Haltung verschrieben haben.  

Kommentare:

  1. Ist "Slow Food" nicht dieses Zauberwort? "Der Gründer und internationale Vorsitzende Carlo Petrini definierte 2006 die Grundbegriffe der „Neuen Gastronomie“ als Maßstab: Buono, pulito e giusto – gut, sauber und gerecht. Wenn ein Element fehle, sei das laut Petrini nicht Slow Food." siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Slow_Food

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  2. Du schreibst es, dieser gehobene Zeigefinger und diese Moralpredigten....Hat gleich was typisch Deutsches.
    Muss jeder für sich halten und machen, ich mag diese zum Fenster-Raushänge-Art ja nun gar nicht und es gibt seit Jahren schon viele Blogs, die saisonal und regional kochen, ohne viel Lärm.

    Und, ja, stimmt mit den Jakobsmuscheln, ich würde die ausserhalb F's nicht essen....und viele diese "Aposteln" bringen sie dennoch, irgendwie passt das nicht mit der Predigt....

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  3. nein, slow food ist es nicht, penelope, weil schon mit genauen vorstellungen (leider nicht immer positiven) besetzt, obwohl das "gut, sauber & fair" eh schon super ist, drum verwende ich diese drei begriffe auch recht häufig.

    es gibt im amerikanischen einen recht jungen begriff "sole food" (wenn ich nicht irre, dann wurde der vom ethicurean, einem amerikanischen blog, geprägt), der meint sustainable, organic, local, ethical, das finde ich im prinzip gut, aber da fehlt mir wieder genuss-/geschmacksapekt. mir geht es wir dir, eline, so ein wort hätte ich wahnsinnig gerne. leider reicht "gut" schon lange nicht mehr aus, um all das gute, das wir meinen, darunter zu versammeln.

    ich hab' mir letztes jahr auch mal das hirn zermartert, um eine deutsche entsprechung von "sole food" zu finden, habe mit buchstaben und abkürzungen jongliert, aber ich bin auf nix gescheites gekommen.

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  4. ich plädiere ganz einfach für natürliche Ernährung. Das ist kurz, und dennoch weit genug gefasst, um alle von Dir vorgebrachten Aspekte einzuschliessen.

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  5. penelope,
    ich bin da mit katha einer meinung: slow food ist es nicht.

    katha,
    sauber mag ich gar nicht, terra madre ebenfalls, finde ich ideologisch ungut besetzt. zu sole food: klingt nicht schlecht, aber akronyme müssen meist langatmig erklärt werden. ein slogan al la "ja natürlich" oder "genuss pur", sowas schwebt mir vor.

    lamiacucina,
    "natürliche ernährung" deckt einen grossen teil ab, erinnert mich aber an einen langweiligen vorträge einer diätassistentin im krankenhaus. mit diesem begriff wird auch manches völlig undiskutable industrieprodukt beworben.

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  6. toll wie man übergangen wird...Nichts zu sagen Eline?

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  7. verzeih bolli,
    keine absicht.
    ob das typisch deutsch ist? glaub ich nicht, das können alle!

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  8. Ich stimme da sehr überein, aber.... ich muss es einfach loswerden: ich gebe viel Geld aus für "natürliches" Essen. Mich stört es, dass viele gute Produkte einfach wirklich teuer sind. Und dass damit auch schon wieder sehr viel Geschäft gemacht wird. "Bio" ist inzwischen schon wieder eine Cash-cow, und ich bin gespannt, wohin sich diese streckt.
    Wenn ich nicht meine privaten Lieferanten und Erzeuger hätte, die man allerdings erst nach Jahren zusammen hat, dann wäre ich frustriert. Jeder Einkauf am Südbahnhofmarkt macht mich einerseits glücklich und andererseits aber zucke ich wirklich manchmal zusammen, ob der Preise. Ist natürliches Essen, wie Robert es so schön sagt, wirklich nur was für Besserverdiener? Ehrlich, manchmal kommt es mir ganz so vor. Und daran stört mich was.

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  9. achso ja, ich hab gleich mal das thema etwas verfehlt oder bin abgeschweift ;-).... über so einen Begriff hatte ich auch schon nachgedacht. "Ursprünglich" fiel mir einmal ein, aber das hat dann auch schon Hofer auf seine Etiketten drucken lassen.

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  10. und noch ein nachsatz, damit ich nicht missverstanden werde: ich begrüße es sehr, dass sich was rührt, und es sollte auch genau in diese Richtung gehen, nämlich dass jeder viel besser darauf achtet, was er zu sich nimmt, was er kauft, was er verarbeitet, wo das herkommt etc... ich hab nur die befürchtung, dass es über die preisgestaltung wieder eine Art 2-Klasse-Ernährung gibt.

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  11. ellja,
    ich habe nicht den eindruck, dass meine lieferanten reich werden, auch wenn mich manche preise auch etwas beeindrucken. die meisten leben viel bescheidener als ich, manche kommen kaum ueber die runden.
    trotzdem ist es fakt, dass ein oesterreichischer durchschnittshaushalt in den 60er jahren 50 prozent des haushaltseinkommens fuer lebensmittel ausgegeben hat und heute 13 %. selbst wenn wir als "besseresser" das doppelte aufwenden muessten, was ich nicht glaube, waere das noch immer ein viel kleinerer anteil am
    gesamteinkommen als vor 40 jahren. wenn wir kostenwahrheit haetten, waeren unsere lebensmittel viel teurer.
    die derzeit aufgrund von spekulation und verfehlter energiepolitik (lebensmittelanbau fuer treibstoff) stark steigenden preise von grundnahrungsmitteln am weltmarkt, finde ich allerdings mehr als skandaloes und als bedroyung der ohnehin schon verarmten schichten.

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  12. Eline, ich kenne diese Zahlen nicht, daher kann ich dazu jetzt nichts sagen. Aber natürlich glaube ich auch nicht, dass die kleinen Produzenten und Lieferanten Reichtum schäffeln. Mich wundert es andererseits aber schon, dass man bei einem Georg Friedl ein wunderbares Menü um 9,50 bekommen kann, wo ich in einem Feinkostladen alleine für ein Glas Marmelade so viel bezahlen müsste. Sowas macht mich einfach stutzig, und noch mehr, wenn ich mir die Preise meiner Kontakte ansehe, die - zugegeben - sicher auch ein bisschen freundschaftlich kalkuliert sind, aber andererseit einen derart großen Unterschied machen... ich will aber jetzt nicht darauf herumreiten und damit den Sinn deines Blogs verfremden. Aber schweigen dazu kann ich inzwischen auch nicht mehr ganz, verzeih! :-)

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  13. Ellja,
    die haben das "urspruenglich" von dir geklaut? typisch!
    zu den preisen: 2 klassen-essen gibt jetzt schon:
    die bewusst lebende, wohlhabende konsumentin kauft zur saison eine biogurke und knoblauch und joghurt am bauernmarkt und macht davon um wenig geld eine topf voll tsatsiki. die notstandshilfeempfaengerin, der nie jemand kochen und einkaufen gezeigt hat, kauf 4 packungen fertigtsatziki um viel zu viel von ihrem knappen geld.
    ich will nicht, dass unterprivilegierte menschen von vordergruendig vielleicht guenstigeren junk leben muessen. jeder mensch hat das recht auf natuerliche ernaehrung. daher bin ich auch so vehement fuer kostenwahrheit durch den abbau von subventionen, zollschranken und exportfoerderungen. damit wuere es
    sofort mit den preisen ganz anders aussehen. Bei kostenwahrheit waere ein lokales bioei nicht teurer als ein importiertes aus der legebatterie, wenn man die folgekosten dieser tier- und umweltschaedigenden fabriken einrechnet. aehnliches gilt fuer milchprodukte und fleisch.

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  14. Mir gefällt dein Beitrag und er sollte doch zum, nachdenken anregen.

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  15. ellja,
    mach ruhig weiter, das gehoert zum thema. der georg verlangt zu wenig, das grenzt an selbstausbeutung. ein glas marmelade um 9 euro finde ich zu teuer, ausser es ist ein sehr grosses mit bio-mandarinenmarmelade ;-), das wuerde ich trotzdem kaufen, als luxus.

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  16. Eline, jetzt hast du eh genau mit Fakten ausgedrückt, was ich hier nur emotional ausdrücken konnte ;-).

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  17. Very well formulated and argued. I would suggest "sustainable" but that, of course, is not quite German.

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  18. Ein sehr schöner Artikel, der sich nahtlos einfügt in die derzeitigen Diskusskionen. "Theater" in Form des sprichwörtlichen hohen Rosses von "habe ich schon immer, machen andere auch" liegt mir nicht. Ich persönlich habe nicht schon immer und finde besonders den WEG der Veränderung spannend. Das Grundprinzip von guter Motivation ist erst einmal, Menschen an ihrem eigenen Bahnhof abzuholen und dabeiden erhobenen Zeigefinger schön in der Tasche zu lassen.
    Zumal es in diesem wie in vielen anderen Bereichen heißen muss, "tue Gutes UND rede drüber". Manche Dinge sollten eben nicht im verborgenen Kämmerlein bleiben.

    Deine Ausführungen zum Thema Boden und Bio stimmen mit meinen unbedingt überein. Wir sind also beim Thema Bio viel deckungsgleicher, als gedacht. ;) Gerade die kleinen Produzenten, die sich die Biozertifizierung nicht leisten können, sollten unterstützt werden. So wie "mein" Daniel mit seinen Hähnen und Eiern. Daher habe ich in meinem "Aufruf" extra darauf hingewiesen, die Supermärkte außen vor zu lassen.

    Ich mag den Begriff "Bodenständig". In vielerlei Bereichen versuche ich ihn, auf mein ganzes Leben anzuwenden. Daher graust es mich oft vor soviel Attitüde anderer. Bodenständig soll auch unsere Nahrung sein. Und bodenständig versuche ich, unser Leben zu organisieren, bodenständig ist unsere Nahrung voller Respekt zum Boden, aus dem sie stammt.

    Das mag pathetisch klingen, trifft aber mein Bedürfnis sehr genau.

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  19. Ein sehr wichtiger Artikel, finde ich. Weil er (und die ganzen Kommentare drum herum) zum Nachdenken und Diskutieren anregt - und das bei meiner Umgebung auch schon getan hat.

    "Bodenständig" als Begriff finde ich übrigens ein wenig ungünstig, aber vielleicht bin ich da auch etwas empfindlich. Die Kombination von "Blut" (= Herkunft) und "Boden" war nämlich schon mal da, und was ich ausdrücklich vermeiden möchte, ist die auch nur ansatzweise denkbare Kombination von lokalem Bewusstsein und rechtem Gedankengut. Es gibt da ein paar erschreckende Fakten, aber das auszuführen, ginge hier zu weit.

    "Bodenständig" hat für mich auch eine limitierende Konnotation, die so ein bisschen in die Richtung dieses plattdeutschen Sprichworts geht: "Wat de Buur nüch kennt, dat fritt he nüch".

    Ich verstehe, was Du, Arthurs Tochter, mit dem Begriff meinst, und dass das etwas ganz anderes ist. Ich wollte nur als "advocatus diaboli" mal ein bisschen überlegen, was andere da vielleicht hineininterpretieren könnten.

    Für mich ist es wichtig, "bewusst" einzukaufen und zu essen - wobei der Begriff leider von der Diätfraktion geprägt wurde, und Diät ist das Gegenteil von Geschmack und Genuss.

    "Bewusst" meint für mich, so lokal und persönlich unterstützend wie möglich zu agieren, aber ich möchte nicht gleich in den Beichtstuhl rennen müssen, wenn ich mal wieder einen Supermarkt betreten habe. Auch deshalb, weil unbedingte Konsequenz nicht zu meinen allerstärksten Charaktereigenschaften zählt ;)

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  20. Andrea,
    "sustainable" ist das bei uns - mittlerweile auch von der politik sehr häufig und unpassend gebrauchte "nachhaltig", das Wort ist für mich zu einem Unwort geworden, auch wenn es ursprünglich für einen Teilaspekt passt.
    Können wir dich mit deinem Blog bald in unsere österreichische Foodblogliste aufnehmen ?

    AT,
    bodenständig (und auch sauber, Terra Madre) das geht für mich gar nicht - für mich sind das für immer von rechter Blut- und Bodenideologie besetzte Begriffe, die ich nicht verwenden möchte (ich weiss natürlich, dass du das anders meinst, aber trotzdem ist das für mich negativ besetzt).

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  21. puh, wahnsinn, auf was man so achten muss. Bodenständig im besten Sinne des Wortes ist mein ganzes Leben, so bin ich schon erzogen worden. Für mich war dieses Wort nie negativ besetzt und auf die Idee, dass man es mit rechter Blut und Boden-Ideologie in Verbindung bringen könnte, wäre ich nie gekommen. Aber: Frau lernt nie aus! Wie gut, dass jede/r weiß, wie ich´s meine. :)

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  22. Ah, ChezMatze,

    wenn ich deinen Kommentar früher gelesen hätte!
    Wir sind da wohl beide ähnlich empfindlich. Die österreichische Öko-Bewegung war anfangs stark von rechter Ideologie durch einzelne Personen geprägt. Das hat sich erfreulicherweise geändert.
    "Bewusst" wird tatsächlich oft mit "Diät2 verbunden.
    Mit schwebt als "Marke" etwas nicht ganz ernstes, ein bisschen selbstironisches vor. ich will ja kein zweites Slow Food gründen oder eine Ernährungssekte. Nur einen Begriff für die Foodblogger.

    H. hat "echt Essen" vorgeschlagen. Das finde ich schon ziemlich nahe. Daraus kann man die EchtEsser machen (frei nach Thomas Bernhards "Dei Billigesser") Macht sich auch in Englisch gut: RealEater.
    Mir gefällt ja auch "BesserEsser" - aber das ist wohl wieder mal typisch Eline-überheblich ;-)

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  23. Eline, "Besseresser" geht für mich gar nicht. Weil es sofort "Besserwisser" hervorruft ;-). Aber wir könnten ja im Rahmen unseres Treffens - wenn überhaupt noch Zeit bleibt, ein kleines Brainstorming veranstalten.

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  24. Ellja,
    war mir klar, dass das zu solchen Assoziationen führt, und war nicht so ganz ernst gemeint, eher selbstironisch.

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  25. Sehr gute Gedanken, vieles "trifft" mich im genau richtigen Moment .... was mir bei den Mottovorschlägen noch fehlt, ist die Lust, der Hedonismus... denn wir tun das ja alles, weil wir so gut wie irgendmöglich essen wollen - und nicht, um irgendjemanden zu unterstützen, im Grunde... Ein stimmiger Begriff fällt mir aber auch grad nicht ein. Und: Ich stimme den Bedenken gegenüber "bodenständig" absolut zu, ich habe da auch eher negative Assoziationen.

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  26. Hier sind schon viele tolle Ideen zusammengekommen.

    Übrigens gehöre ich zu denen, die hier in Österreich nicht auf Garnelen und alles mögliche Meeresgetier verzichten wollen. Ja, es stimmt, in einer Taverne am Meer schmeckt das alles besser. Aber für mich ist im Urlaub der Himmel blauer und die Leute sind freundlicher und das Essen besser - ob das einem objektiven Test stand halten würde, wage ich zu bezweifeln. Aber man kann ja hier auf die Herkunft schauen und mit dem WWF-Führer einkaufen gehen.
    Was mir auch immer wichtig ist bei Tieren: Wie die ins Jenseits befördert werden. Das geht gar nicht, wenn jemand Muscheln in den kalten Sud legt und so aufkocht (zeigt auch nicht gerade von Kochkenntnissen). Auch wenn das keine Säugetiere sind: Das geht gar nicht.

    Was ich nicht glaube, dass gutes Essen eine Luxsgeschichte ist. Wenn man sich anschaut, wofür alles Geld da ist, dann kann mir niemand erzählen, dass ausgerechnet am Essen gespart werden muss. Ob allerdings Bioparadeiser jetzt in der Hochsaison 6,- Euro pro Kilo kosten müssen und ein einziger Stängel (nicht Bund) von irgendwelchen Kräutern 1,- Euro, das wage ich zu bezweifeln.

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  27. Gutmenschenkost (bzw. Bobonahrung )würde hier sehr gut passen.

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  28. lihabiboun,
    ich bin davon ueberzeugt, dass "unterstuetzen" und "geniessen" hand in hand gehen (muessen).

    turbohausfreu,
    ich goenn dir jede garnele, so wie ich mir ab und zuim winter eine flugmango oder flugananas leiste. wenn die prinzipielle haltung stimmt, ist das doch voellig ok.
    ich habe gestern begonne, meine ausgaben fuer lebensmittel (ohne wein ;-) ) aufzulisten. ich moechte meine vermutung, dass das weniger als die leasingrate fuer ein mittelklassseauto ist, gerne verifizieren.

    pratuirgendwas,
    ein unglaublich konstruktiver beitrag, vielen dank fuer diese anregung.

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  29. Hallo liebe Eline

    Essen wie die Natur es mir schenkt fällt mir dazu ein.... bewusst Lebensmittel wählen ob gekauft, angebaut oder geschenkt.... bewusst geniessen und auch mal verzichten... eine Begrifflichkeit zu ermitteln finde ich sehr spannend... mir kommt da leider auch nichts kreatives.... muss ich mal nachdenken... sehr schöner Beitrag und sehr authentisch und das ist es was zählt :-) Arroganz oder erhobenen Finger sehe ich keinen... Das ist Eline und wer sie kennt weiss das zu nehmen... Ich stimme Astrid zu tu Gutes und sprich darüber - warum nicht

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  30. cherry blossom,
    ich kann dir jetzt gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich freue, von dir zu lesen! du bist ja meine foodblog-muse. ohne dich haette ich nie meinen kuechentanz begonnen.ich hoffe, das ist nur der anfang vom neuen anfang?

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  31. Liebe Eline ich freue mich auch sehr wieder da zu sein, ganz besonders wenn man so empfangen wird! Vielen Dank.... ich schaue jetzt wieder öfter vorbei....;-)

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  32. Tja, das passende Wort dazu ist mir bis jetzt auch noch nicht eingefallen. Bin ja gerade dabei mein Blog-Layout zu ändern, den Untertitel in Englisch werde ich beibehalten und da habe mich zu "natural food" entschieden. Finde das trifft es eigentlich ganz gut. Nur ein passendes deutsches Wort für die Kategorien fehlt mir eben auch noch. Gar nicht so einfach, wenn es ideologiefrei und alles mit einem Wort aussagen soll.

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  33. Alissa
    das ist schoen!

    Birgit,
    natural food ist gut. in den 80ern gab es die begriffe naturkost und naturkueche. da denke ich unweigerlich an gruenkernlaibchen und die finde ich schrecklich.
    dabei ist naturkueche als definition gar nicht so schlecht.

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  34. Zuerst einmal finde ich alle gelieferten Argumente richtig. Und so versuche ich auch selbst zu leben und zu genießen. Und ja, ich hätte da einen Begriff, der leider schon wieder fast wieder verschollen ist: solidarisches Essen.
    Leider wurde der Begriff missbraucht, ist inhaltlich jedoch aktueller denn je.

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  35. "GUTES ZEUGS!!!" Aber leider ist der Begriff schon vergeben ;-)

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  36. Robert,

    danke für den Vorschlag.
    Solidarisch Essen ist wichtig. Als Überbegriff ist es mir etwas zu moralisierend und zu wenige Aspekte umfassend.


    Claus,
    wir sollten verhandeln. Wieviel verlangst du für das Abtreten der Urheberrechte? ;-)

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  37. Hallo Eline,
    interessante und notwendige Diskussion. Nur eine kurze Wortmeldung, weil ich dann wieder raus muss auf die Friuli DOC in Udine :-). Auch mir ist wichtig, dass in das ganze Thema nichts Verkrampftes und Missionarisches kommt.
    Und ja: Bei allem Spaß ist halt auch eine Menge Beschäftigung mit der Sache und somit Zeit nötig. Neben den - nicht zu unterschätzenden - finanziellen Aspekten ist es sicher auch so, dass sich viele Menschen einfach nicht für gutes Essen interessieren. Soll ja sogar der Herr Dollase einmal so einer gewesen sein.

    Andererseits habe ich schon den Eindruck, dass es immer mehr Leute gibt, die für gutes Essen etwas übrig haben. Das entsprechende Angebot wird in den vergangenen Jahren spürbar breiter und tendenziell auch etwas erschwinglicher. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mich über die ersten Habaneros gefreut habe, die ich in München am Viktualienmarkt gesehen habe.
    Über einen Namen für das "Gute Zeugs" werde ich jetzt (bei einem oder mehreren Gläsern Ribolla Gialla) nachzudenken beginnen …

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  38. trink fuer mich ein glas ribolla mit, liebe kuechenschabe!

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