Arme Reiche, Basilikumrisotto und junger Rhonewein

 Basilikumrisotto, Zanderrücken mit Pignolikruste

Es kommt überaus selten vor, dass ich eine Woche lang nichts koche (ausser Frühstück und kleine Imbisse). Am See bin ich noch auf der Suche nach guten Einkaufsmöglichkeiten, denn ich hasse nichts mehr als Lebensmitteltransporte von einem Haushalt in den anderen. Und vor Ort gibt es nur einen elenden "Supermarkt", eine Bäckerei mit Sägespänebrot und es ist noch keine Quelle für Bio-Eier und Gemüse in Sicht. Aber wir arbeiten dran, in dieser Versorgungswüste gute Einkaufsquellen zu entdecken. Immerhin: Nahe Quellen für Wein, Schnaps und Lammfleisch gibt es schon. Und dann werde ich auch in meiner bescheidenen Ferienküche richtiges Essen kochen.

Abschweifung: 
Mein immer schon gehegter Verdacht, dass die vielen wohlhabenden reichen Leute mit Familientradition, Personal, Seevilla, Segelboot, Designertrachten und einem Fuhrpark von SUVs und Mini-Cabrios sich von unterdurchschnittlichen Lebensmitteln ernähren und wenig Geld und Liebe in Genuss investieren, hat sich auch bei den bisherigen Restaurantbesuchen am See mit teilnehmender Beobachtung bestätigt.
 
Stadt-Tage sind dann für mich Anlass, mit Freude (meist zu viel) einzukaufen und genüsslich was zu Kochen.

Pesto Genovese ist gut. Dann muss auch  Risotto mit Basilikum und Parmesan und dazu ein knuspriger Zanderrrücken mit Pignolikruste mit einem Hauch jungen Knoblauch gut sein, dachte ich mir. Stimmt!




Basilikumrisotto, Zanderrücken mit Pignolikruste
Zutaten für 2 grosse Portionen:

Risotto:
2 Moccatassen Risottoreis (ich habe Bombareis genommen)
2 EL Basilikumöl
2 Jungzwiebeln mit Grün, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
leichter Geflügelfond nach Bedarf
100 ml Weisswein
2 Handvoll frische Basilikumblätter
1 - 2  EL Spinatmatte
1 Stück Parmesanrinde
Butter nach Belieben
geriebener Parmesan
Salz
gemahlener Koriander
Espelette

2 Zanderrücken mit Haut, ohne Gräten

Pignolokruste:
20 g Pignoli, mittelfein gehackt
2 EL Mie de Pain
1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
Salz
Kubebenpfeffer
Zitronenschale
1 verquirltes Eiweiss

Butterschmalz

Zubereitung:
Risotto kochen. Das Basilikum erst ganz zum Schluss, nachdem der Risotto mit Butter und Parmesan cremig gerührt wurde, hacken und unterrühren!
Fisch auf der Kautseite mit Eiweiss bepinseln und diese in die Pignolibrösel drücken. In Butterschmalz auf der Hautseite braun backen und die Fleischseite ständig mit dem heissen Fett übergiessen. 


Wein: eine Subskriptionslieferung musste verkostet werden: Eine Cuvee von Marsanne, Rousanne und Viognier. Schmeckte nach herben Kräutern und Steinen und noch etwas unausgeglichen. Kein Wunder, steckt noch in der Pubertät. 



Und auch wenn ich an Blogevents kaum teilnehme: diese Initiative von multikulinaria finde ich sehr schön und auch wichtig: "Fisch in Sicht", ein ganzjähriges Süsswasserfisch-Thema mit Fisch-Portraits und Rezepten. 

Kommentare:

  1. Ich stimme Dir voll und ganz zu: auch ich mag keine Lebensmitteltransporte von einem Haushalt zum anderen. Vor allem, wenn es sich wie bei uns, um zwei völlig unterschiedliche Küchenrichtungen handelt. Zu Hause im Elsass kochen wir völlig anders, halt französisch und/oder elsässisch, wohingegegen im Tessin überwiegend italienisch mit Tessiner Spezialitäten gekocht wird. Ich versuche sogar, weitgehend den Transport von Kühlschrankresten zu vermeiden. Schönes Rezept übrigens - passt in beide Haushalte ;-)

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  2. sehr feines Rezept.Übrigens: Schönen Urlaub weiterhin.....

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  3. Sabine,
    ich habe ja nicht so weit wie du: gerade mal so 100 km, aber das Problem ist entfernungsunabhängig.

    chezuli,
    ich hab ja mein virtuelles Büro mit am See, daher habe ich nur eine urlaubsähnliche Arbeitsatmosphäre ;-).
    Ist aber sehr angenehm!

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  4. eine Beobachtung, die ich (mit wenigen Ausnahmen) auch immer wieder mache. Selbst in der Stadt.

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  5. ach, eline, ich kenne das rumziehen von lebensmitteln, kuechenzubehoer und wein nur zu gut. und dann ist in x die besondere flasche, um die man drum rum kochen wollte mit zutaten aus y doch korkig, andere gaeste mit anderen wuenschen kommen, alles wird ploetzlich so "impro", was mir dann graue haare wachsen laesst.

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  6. Robert,
    in der Stadt fallen mir diese Leute nicht so auf. Aber am See treten sie im Sommer geballt auf und die wenigen "Ureinwohner", die noch vorhanden sind fuegen sich in eine devot-dienende Rolle, wozu sich z. B. im Muehlviertel nie jemand verbiegen wuerde. Sehr interessante Soziologische Phaenomene sind hier zu beobachten, macht sogar ein bisschen Spass!

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  7. duni,
    wir haben beschlossen, alles Notwendige doppelt zu bescghaffen. Dazu gegoert auch ein Weinlager. Unser Glueck: weinart.at ist unser Nachbar.

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  8. ich weiß nicht ob ich komplett falsch liege, aber karl heinz wolf, sein "land art" liegt das nicht am attersee?

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  9. virtuelles Büro am See. Gut dass ich das nicht gestern in der Arbeit gelesen habe. Jetzt hab ich aber endlich Urlaub und gönn Dir Dein Büro am See. Wir liebäugeln gerade mit einem spontanen Kurzurlaub am Gralhof.

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  10. Bingo, lieber Profiler (vulgo Badebuffetwirt :-)) )

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  11. Toni,
    wie schoen! Lasst es euch gut gehen am anderen, wesentlich unberuehrteren und bescheideneren, nicht minder bezaubernden See. Und besucht den Berufsfischer Martin Mueller, wenn ihr Zeit habt!

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  12. Die Kruste! Mannomann, die Kruste!! Klasse Idee!

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  13. Ach schön! Ein Büro am See, dass wärs. Leider fehlt hier das südliche Flair und so muss ich mich in Bescheidenheit üben. Ein kleiner Trost bleibt mir dann doch: unsere Alster ist ja auch nur 2 Minuten entfernt und so ist mein Home-Office quasi auch am See :-)

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  14. Claus,
    du weisst ja, wir Oesis panieren alles!
    Aber so eine leichte, einseitige Panade laesst das Grundprodukt, den Fisch, noch richtig zur Geltung kommen.

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  15. Andreas,
    Egal ob Fluss, Meer oder See: Leben am Wasser finde ich immer besonders anregend. Ich moechte in der Stadt auf meine Donau - so wie bei dir die Alster auch gerade mal 2 min entfernt - auch nicht verzichten.

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  16. Ich gehöre zu den Kleinkarierten, die Lebensmittel nach Italien und auch wieder zurückkarren ... wahrscheinlich eine (historische) Verinnerlichung inpunkto Kriegsprävention.

    Das sind Highlight-Fotos!
    Christine

    PS. Nicht mehr mit dabei zu sein (Blograting) ist aber ganz schön elitär, Eline!!! :)

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  17. Die Idee mit der einseitigen Kruste sagt mir auch sehr zu.
    Bäckst Du eigentlich Brot selbst?

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  18. Ich habe einige Jahre mal in einem Bauernhaus mit Holzofen gelebt. Da habe ich viel Sauerteigbrot aus Vollkornmehl gebacken. Jetzt backe ich Brot aber aber nur mehr, wenn es kein gutes zu Kaufen gibt.

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