Bescheidenheit und innere Werte - Rübchentarte mit Morcheln


Bescheiden, schlicht und unauffällig kommt diese Gemüsetarte daher, zumindest optisch. Die wahren inneren Werte erschliessen sich beim Essen: dünne, karamellisierte Teigschichten zergehen auf der Zunge, bilden einen willkommenen Kontrast zu den saftigen Stückchen von jungen, süssen Mairübchen und dem  Belag von würzigen Morcheln. Jedes Stückchen Speck, Schinken oder Sosse wäre zu viel. Ja, ich habe sogar die frischen Kräuter wieder von meinem Stück weggekratzt, weil sie die Harmonie des Geschmackes störten.

Zutaten für eine 24 cm Tarte:
200 g Topfenblätterteig
1 EL Butter
300 g zarte Mairübchen
1 Jungzwiebel, weiss, fein gehackt
10 cm Lauch, weiss, fein gehackt
2-3 Eier 
50 ml Creme Fraiche
2 geh. EL  geriebener, junger Gouda
1 TL Butter
ca. 100 g frische Morcheln, geputzt und gehackt (oder ca. 25 g getrocknete Morcheln, eingeweicht)
20 ml weisser Portwein
1 EL Mie de pain
Salz
weisser Pfeffer
gemahlener Koriander


Zubereitung:
Teig ca. 2 mm dick ausrollen, in gebutterte Form geben und bei 200 Grad O/U blind backen. Gut mittelbraun durchbacken. (Das ist ganz wichtig.Der einfach herzustellende Topfenblätterteig schmeckt und blättert ähnlich wie klassischer Blätterteig und kann diesen aufwändigeren und fetteren Teig vor allem bei Tartes und kleinen Mehlspeisen (Kipferl, Tascherl) gut ersetzen.  Aber nur, wenn er wirklich lange und gut karamellbraun durchgebacken ist und kein Topfengeschmack mehr vorhanden ist.)
Mairübchen in 1 cm Würfel schneiden, mit Lauch und Jungzwiebel in Butter kurz andünsten. Abkühlen lassen, Eier, Käse, Creme Fraiche untermischen, mit Salz, Koriander und Pfeffer würzen. Nur so viel Ei nehmen, bis die Masse zusammenhält.
Morcheln in Butter anschwitzen, mit Portwein ablöschen, ca. 10 min köcheln, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Mie de pain zufügen und würzen. Morchelmasse auf dem Teigboden verteilen. Vorsichtig die Eier-Rübchenmasse darüber giessen. Bei 160 Grad Umluft stocken lassen (dauert ca. 20 min). Lauwarm und pur geniessen. 


Dazu ein Chardonnay, den ich letztes Jahr kennen und schätzen gelernt habe: 
2009 Chardonnay, Christian Hermann, Fläsch, Graubünden. Robert kennt ihn sicher!

Kommentare:

  1. das riecht nach Eleganz. Sehr fein.

    AntwortenLöschen
  2. frische Morchenln, ja, das ist sehr bescheiden!........

    Gibt's denn bei Euch schon welche? Hier noch nicht, ausser denen aus der Türkei.

    AntwortenLöschen
  3. Bolli, nein, es gibt noch keine einheimischen Aumorcheln. Ich habe selbstgepflückte, getrocknete vom Vorjahr verwendet. Bei getrockneten ist das Aroma intensiver. Zu dieser Zubereitungsart passt das ganz gut, weil die Morcheln mehr Gewürz als Pilze sind.
    Ich schätze mal, wenn es weiter so warm und feucht bleibt, dann können wir in 1-2 Wochen durch die Auen (und Brennessel) streifen.
    So ist das bei selbst gefangenen Pilzen, das ist kostenloser Luxus. Und unschlagbare Qualität, weil ich nur die kleinen, festen Exemplare und nur Speisemorcheln, keine Hutmorcheln pflücke.

    AntwortenLöschen
  4. Bislang habe ich auf dem Markt nur alte (Herbst?)-Navets gesehen. Die wären aber unpassend zu den feinen Pilzen. Aber es muss ja nicht Mai werden, bis Mairübchen auf den Markt gelangen.

    AntwortenLöschen
  5. Robert,
    bei uns werden die mit den Frühradieschen im Glashaus gezogen und die ersten frischen, knackigen Bunde sind am Markt.

    AntwortenLöschen
  6. Ehrlich, je länger ich faste, desto bescheidener werde ich. Also her mit der Tarte!

    AntwortenLöschen
  7. Bei deiner Beschreibung kann ich die Tarte förmlich schmecken.
    Mairübchen hatte wir kürzlich auch, allerdings als ganz profane Beilage.

    AntwortenLöschen
  8. Frische Morcheln wären wirklich sehr fein. Wobei ich alter Spätsommer-Pilzsammler im Frühjahr irgendwie nie das rechte Auge für Morcheln hatte - vielleicht einfach die falschen Stellen.

    Was den Chardonnay von Christian Hermann anbelangt, finde ich es ebenso schade wie verblüffend, dass man ihn weiter im Norden kaum kennt. Habe bei K&U in Nürnberg den Weißen und beide Rote probiert und war äußerst angetan. Okay, seine Weine wird er sicher auch so los, aber von guten Dingen zu sprechen, kann ja nie schaden.

    AntwortenLöschen
  9. ChezMatze,
    ich sammle Pilze auch lieber im Spätsommer im Hochwald als im April der Donauau. Dort können Sumpf, Mücken und Brennessel unangenehm werden.
    Brennessel sind genau die Pflanzen, unter denen sich die Morcheln gerne aufhalten. Man braucht also einen Stock zum Morchelsuchen.
    Den Pinot Noir "H" hab ich im Keller, aber noch nicht verkostet.

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...