Monochromes, aber nicht monotones Wochenende

Meine Wochenendfotos haben alle die gleiche Farbe, das ist rein zufällig so passiert. Monoton war es allerdings nicht, im Gegenteil. Wir haben uns, gegen alle unsere Prinzipien, einen temporären Zeitwohnsitz am Attersee gemietet, weil wir uns in ein Platzerl so richtig verliebt haben. Der Küchentanz finden ab nächsten Frühling also an zwei Veranstaltungsorten statt. Davon demnächst mehr. 


Die endlich reifen Habaneros und Goronongs Yellow wurden mit kleinen,
süssen gelben Chilies zu einer gelben, duftenden Chilisauce verarbeitet.
Nur für H. als Magentratzerl: Wildhuhnleber auf Safranapfel
Ich liebe Brathühner und ziehe sie jedem Grillhuhn vor. Ich brate sie in einer altmodischen Riess-Email-Rein. In der werden sie saftig, braun und knusprig.
Roter Camargue Reis als Risotto, Riesen-Artischocken, Brathendl

Nektarinencrumble nach diesem Rezept


Genuss-Saison eröffnet, Neuentdeckungen bei Wein und Literatur




Für mich eine Neuentdeckung: der beste Silvaner, den ich je getrunken habe, 
wenn auch zu früh. Die Flasche find ich auch sehr schön!
Die Genuss-Saison beginnt nach Monaten mit einfacher Küche jetzt so richtig: Mit Planungen von feinen Menüs für Gäste, Lamm- und Wachtelbestellungen, Konservieren von Früchten und Gemüsen, Experimenten mit neuen Rezepten. Und 2009er Weine werden jetzt geliefert, da gibt es viel Neues zu entdecken! Am Samstag wurden  im "Maschinenring" 2 kg Blätterteig produziert. Ich habe mein Rezept wieder ein bisschen adaptiert und der Teig wurde noch ein bisschen besser. Nebenbei haben T. und ich noch ein kleines Menü aus Räuchersaibling mit Radieschen und Butter, geschmorter Lammschulter mit Artischocken-Steinpilz-Kartoffelgröstl und Topfenknödel mit Mohn und Zwetschkenröster gekocht. Und ein 6 gängiges Menü für Freunde geplant. Am Sonntag gab des dann aus dem neuen Teig eine Spinat-Tarte, davor einen Bloody Mary-Schaum mit Gin und Wacholder, als Test für ein geplantes Menü, und Zwetschken-Portwein-Sorbet (ohne Foto).
Testkochen: Bloody Mary-Schaum mit Gin. Mit etwas Finetuning und 
passenden Begleitern wird das demnächst ein schönes Amuse.

Aus den Blätterteigabschnitten schnell gebastelt: Spinatquiche

Sensationell, unbedingt empfehlenswert: Sofie Oksanen, Fegefeuer

Jedem sein eigenes Hausschwein? Nachlese zur "Eating Animals"-Diskussion



Chris hat  mich bei meinem Post zu "Eating Animals"   auf einen sehr klugen Artikel zum Thema im Guardian hingewiesen. Der Autor George Monbiot
bezieht sich auf Simon Fairlies Buch "Meat - A Benign Extravagance".  
Monbiot hat sich seit 2002 für vegane Ernährung als Problemlöser stark gemacht. Doch Fairlie überzeugt ihn mit seinen auf praktischer Erfahrung und wissenschaftlichen Studien basierenden, unaufgeregten Argumenten: es wäre unklug, völlig auf Fleisch zu verzichten. Man muss nur die richtige Form der Produktion wählen.  


Zitat Monbiot:
"If pigs are fed on residues and waste, and cattle on straw, stovers and grass from fallows and rangelands – food for which humans don't compete – meat becomes a very efficient means of food production. Even though it is tilted by the profligate use of grain in rich countries, the global average conversion ratio of useful plant food to useful meat is not the 5:1 or 10:1 cited by almost everyone, but less than 2:1. If we stopped feeding edible grain to animals, we could still produce around half the current global meat supply with no loss to human nutrition: in fact it's a significant net gain."


Das hatten wir doch schon mal! Früher war es bei uns üblich, dass Bauern bei Wirtshäusern und Lebensmittelläden Speise- und Lebensmittel-Reste gesammelt und mit diesem "Sautrang" ihre Schweine gefüttert haben. So wurde Biomasse vernünftig verwertet. Ob der Schlüssel 2:1 war, weiss ich nicht. Aber es war sinnvoll. Ich weiss nicht, wann das gesetzlich verboten wurde, vermutlich rund um den BSE-Wahnsinn. Heute könnte man Biomasse ökonomischer sammeln als mit den "Sautrang"- Fässern und moderne Technologie zur Sterilisierung einsetzen. 
Jedem sein eigenes Hausschwein? Na ja, vielleicht geht das doch nicht mehr! Wenn ich mir so meinen Biomüll anschau und meine kleine Terrasse, würde ich wohl nicht mal ein Zwergschwein ernähren und halten können. 





Sonnenblumenkerneis, Melone und Culatello

Sonnenblumenkerneis, Melone und Culatello

Immer wieder nehme ich mir vor, an den Monatsevents des Gärtnerblogs teilzunehmen. Das September-Thema "Sonnenblumenkerne" hat mich endlich so richtig motiviert. Ich möchte ich ein Rezept wiederbeleben, das ich am Anfang meines Küchentanzes als Hommage an Massimiliano Alajmo vorgestellt habe, bei dem ich mir die Kombination Sonnenblumenkerne mit Wassermelone abgeschaut habe. Das Rezept ist eine schöne Spielerei, ideal für ein mehrgängiges, frühherbstliches Menü als Start.



Rhapsodie in Rot - Piment d'Espelette



Entkernt trocknen die Schoten besser
Letztes Jahr habe ich begonnen, mein Piment d'Espelette selbst herzustellen: Piment d'Eline. Trotz mancher Skeptik blieb diese Eigenproduktion bis zum letzten Stäubchen knallrot und fruchtig-scharf. Leider hatte ich viel zu wenig davon. 
Dieses Jahr wurde die Produktion um 100 Prozent erhöht.



Eierschwammerltarte, Weisse Rüben


Eierschwammerltarte, Püree und Ragout von Weissen Rüben


Wenn es nach der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnis geht, sind Pilze doch mehr Tiere als Pflanzen. Als leidenschaftliche Schwammerljägerin habe ich mir das schon immer gedacht. Also ist das folgende nicht wirklich ein vegetarisches Gericht. 
Dieses Jahr sind Schwammerl Spätstarter - es geht erst jetzt richtig los. Der Jagdinstinkt hat uns am Sonntag die steilsten Waldstücke hinauf und hinunter getrieben, nur um dort noch besonders schöne Eierschwammerln (die langsam gewachsenen mit den dicken Stielen und kugeligen Köpfen) oder kleine, harte Rotkappen oder Steinpilze zu ernten. Hungrig und müde wieder Zuhause, waren wir schon kurz versucht, einfach nur schnelle Nudeln oder ein Omelett mit den Pilzen zu kochen. Aber so schöne Beute, wie man sie am Markt nie zu kaufen bekommt, verdient eine besondere Behandlung. H. machte den Vorschlag von Crespelle, das gefiel mir. Und nach kurzem Vorräte-Check wurde aus der Kombination von Eierschwammerl, Palatschinken und Weissen Rübchen ein schönes Gericht, das ich, rund ausgestochen und klein portioniert, gerne demnächst als Teil eines herbstlichen Menüs servieren möchte. 


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