Schafsmilch-Dessert von Jordi Roca (Can Roca), an dessen
Geschmack ich mich nach Jahren noch erinnere
Die immer noch allgegenwärtige Kochwelle hat letztlich weder das Ess- und Kochverhalten der mitteleuropäischen Durchschnittsfamilie noch das Speisenangebot in Restaurants verbessert. Ich behaupte: im Gegenteil, die Kochhype hat zu Respektlosigkeit gegenüber Lebensmitteln und Kochen als Handwerk geführt. Schnellkochwettbewerbe im Fernsehen und das Marketing grosser Gastromielieferanten bewirkten, dass sich die Bandbreite der verwendeten Lebensmittel immer mehr auf Trendprodukte einschränkt: Jakobsmuschel, Garnelen, Thunfisch, Pangasius, Steak, Entenbrust, Rucola, Oivenöl, Basilikum, Zitronengras, Ingwer und Gewürzmischungen mit Namenspatron. Und die Tatsache, dass Kochen Erfahrung und Können verlangt, wird weitgehend ignoriert. Ein Paar Mal Tim Mälzer/Jamie Oliver/Sarah Wiener zugesehen und schon ist man ein toller Koch. Starköche im Mainstream sind Zusammenwürfler, Hektiker, Trickser, Schnellredner, Selbstvermarkter, die Modeprodukte ohne Konzept = Rezept in den Wok werfen, mit Sojasauce und Balsamico ertränken und dann mit Chilifäden garniert auf eckigen Riesentellern und grossem Trara servieren. Wenn in Lima im Trendrestaurant ein Teller genau so aussieht und schmeckt wie in Stockholm, dann ist was oberfaul. Das ist eine verarmte Küche mit Versatzstücken aus den verschiedenen Küchenstilen aller Welt, nivelliert, banal und dazu noch ökologischer Wahnwitz.
Ein Streifzug durch internationale Foodblogs ergibt ein ähnliches Sittenbild auch bei Amateuren. "Nicht Kochen können" wird oft als Kreativität verkauft. Ich klammere in meiner Argumentation bewusst Alltagsküche aus. Natürlich muss man Essen nicht immer zelebrieren. Mal schnell satt werden wollen ist sehr legitim und es schmeckt mir auch, jeden Tag. Aber Ich kann den Satz: "Die einfachen Gerichte ohne Rezepte sind doch viel besser als die aufwändigen" nicht mehr hören oder lesen. Er erhebt das Instinktive, das Selbstverständliche, dass man seinen Körper gut ernährt, zu einer kulturellen Hochleistung. Und weil man sich bei den selbst zubereiteten Spaghetti Carbonara so kreativ fühlt, glaubt man sich berufen, das "aufwändige" Kochen, das man selbst gar nicht beherrscht, als abgehoben, elitär abzuwerten.
Ohne Rezeptur etwas schnell Essbares zu produzieren, ist aber nun Mal keine Kochkunst. Ein mit viel handwerklichem Aufwand und fachlichen Können hergestelltes Gericht oder ein abgestimmtes Menü eines Meisterkochs kann ein sinnliches Erlebnis sein, das ähnlich wie Musik, Malerei und Literatur beeindruckt und lange Zeit in Erinnerung bleibt.
Ohne Rezeptur etwas schnell Essbares zu produzieren, ist aber nun Mal keine Kochkunst. Ein mit viel handwerklichem Aufwand und fachlichen Können hergestelltes Gericht oder ein abgestimmtes Menü eines Meisterkochs kann ein sinnliches Erlebnis sein, das ähnlich wie Musik, Malerei und Literatur beeindruckt und lange Zeit in Erinnerung bleibt.
Wenn Köche wie Ducasse ein dreiseitiges Rezept veröffentlichen, dann steckt viel Experiment und Arbeit darin. Ich finde, das erfordert Respekt, auch beim Nachkochen. Er hat sich bei der Kombination bestimmter Aromen was gedacht, es ist eine Komposition, die man zwar variieren kann, aber der Grundtenor sollte bewahrt werden. Ich plädiere also für mehr Respekt. Das heisst nicht mehr, als sich ein bisschen zu überlegen, was man wann und wo kauft. Und für sorgfältige Zubereitung von seltenen und dadurch kostbaren Lebensmitteln.
Genug des gastrosophischen Pessimismus!
Eine Minderheit von Profis und Hobbyköchen hat eine eigene, unverwechselbare Handschrift, die mich begeistern kann. Individuelle Profiköche haben es besonders schwer, sich gegen die lauten Marktschreier des Banalen durchzusetzen. Doch besonders Begabte (und Glückliche) bringen es sogar zu Weltruhm mit ihrer Konsequenz des eigenen Stils. Wie Rene Redzepi, den man wegen seiner strikten Regionalität (kein Olivenöl im Noma !!!) anfangs belächelte. Oder mein Lieblingschef Massimiliano Aljamo (Alajmo, das merk ich mir nie!.
Schön dass Du Can Roca erwähnst.Das ist für meinen Geschmack State of the art. Das ist Koch-KUNST.
AntwortenLöschenAnsonsten unterschreibe ich Dein Statement.
chezuli,
AntwortenLöschenmich hat bei den Roca-Brüdern (wie bereit mal in deinem Blog von mir kritisch gepostet) aber nur das Dessert so richtig beeindruckt. Das war allerdings sensationell gut.
Alles was Du beanstandest, ist leider nur zu wahr. Das Angebot in Restaurants wird, soweit ich das mit meinem engen Horizont überblicken kann, immer uniformer. Seit ein paar Wochen möchte ich mal etwas von Ducasse nachkochen. Beim Vorbereiten merkt man rasch den Unterschied zwischen fahrigen Schnellköchen und einem Meister.
AntwortenLöschengut gebrüllt, löwin.
AntwortenLöschenNimmst Du das wirklich so wahr, dass unter Foodbloggern "Nicht Kochen können" oft als Kreativität verkauft wird? Das habe ich noch nie so empfunden. Gerade bei den Foodbloggern ist doch der Wunsch da, "richtig" kochen zu können.
AntwortenLöschenDas Banale überzubewerten wäre wirklich Quatsch. Ich koche oft mal banal oder eben alltagstauglich oder begehe Resteverwertung...aber das habe ich gleich wieder vergessen. Die Momente intensiven, ernsthaften Kochens, die bleiben bei mir hängen. Stunden in ein Gericht oder ein Menü zu investieren, das gibt mir Glücksgefühle.
Auch wenn ich die Entwicklung nicht gut heiße, ist das nicht einfach mal wieder die ganz banale Geschichte von dem sich durch die Nachfrage regelnden Angebot? Wenn nunmal die breite Masse da hingeht, wo es Thunfischtatar mit einem schwungvoll verteilten Crema-di-Balsamico-Geschlängel gibt, dann machen eben die meisten Köche mit, um ein möglichst großes Stück vom Kuchen des Geschäftes abzubekommen.
AntwortenLöschenIch bewundere die Köche, die risikobereit ihren eigenen Stil durchsetzen ohne vorher wissen zu können, ob das ankommt...
Ja, Isi, ich sehe das so, auch in vielen Blogs (mit denen ich aber nicht kommuniziere). Besonders aufgefallen ist mir diese Verweigerung, "nach Vollendung Strebendes" beim Kochen zuzulassen, im grössten deutschen Kochforum ;-).
AntwortenLöschenSuse,
AntwortenLöschensicher. Nur die Kochtrends und deren Massennachfrage werden immer mehr von Medienstars erzeugt. Und es geht immer schneller und intensiver:
Jamie kocht den "sinnlichsten Salat der Welt" im Fernsehen. Herr XY sieht das, bekocht damit seine Freundin. Die geht mit ihren Freundinnen ins Golf-Restaurant und will dort auch diesen Salat. Der Koch reagiert und setzt ihn auf die Karte. Und jetzt will jeder Besucher plötzlich diesen Salat, weil er so blöd heisst und von JO ist, und ihn stolz auch zu Hause für Gäste kochen. Inzwischen bezieht Lidl "Bio"-Rucola aus China, weil die Nachfrage so gross ist und lokal nicht mehr befriedigt werden kann. Statt Rucola kannst du einfach jedes andere Lebensmittel einsetzen, auch den von dir erwähnten Thunfisch.
Nur speziell bei Pangasius sehe ich Deine Meinung etwas anders - das ist nichts "Besonderes" - nur der Versuch den Geschmack des Verbrauchers auf eine andere (billigere) Fischsorte zu lenken. Er ist derzeit einfach leichter verfügbar, während andere Sorten vor der Verknappung stehen.
AntwortenLöschenDer Pangasius wird dadurch nicht etwa zu einer geschmacklichen Krönung! Auch nicht durch das Kochgeschirr eines Meisterkoches.
Die Uniformität hat aber auch und gerade mit dem Verlust der regionalen Besonderheiten (größtenteils geprägt durch die "einfache" Küche) zu tun.
Gerade auf Reisen möchte ich die regionale Küche kosten - das ist für mich exakt das Besondere daran! Dazu gehört auch, dass das Nordlicht ein paar Spätzle bekommt, die der Region (z.B. Schwaben) zur Ehre gereichen... ansonsten kann man sich doch nur auf die Richtigkeit von Rezepturen verlassen, ohne wirklich zu wissen, ob man das Ergebnis getroffen hat!
Ist es nicht oft so, dass gerade das Einfache so schwer zu machen ist? Selbstverständlichkeiten, die eigentlich aus dem "efef" zu machen wären, sind echt nicht zu genießen... Dazu zählt auch für mich, dass ich mich als Gast wohlfühlen kann, was oft genug mit Staffage aus Schnick und Schnack und hast du nicht gesehen verwechselt wird! Es kommt dadurch noch längst keine wirkliche "Gastfreundschaft" auf mich als Gast herüber.
Und die Namen der Köche, die Du aufzählst... machen diese nicht erst ihre eventuell guten Anlagen durch die Koppelung mit dem Kommerz selbst kaputt???
Die Foodblogs sind für mich eine ganz besondere Kategorie (solange diese nicht kommerzielle Seiten sind) und zwar unter dem Gesichtspunkt:
Ich hab es ausgesucht, nachgemacht, gekostet und für gut befunden (oder auch nicht) - steht das bei den Semi-Professionellen etwa an erster Stelle, bzw. wird der geneigte Leser oder Zuschauer etwa darauf aufmerksam gemacht: Naja - sieht zwar toll aus, kannste aber vergessen, weil sogar Bratkartoffeln besser schmecken???
Und auch unter den Foodbloggern sind einige dabei, deren Level ich nicht erklimmen könnte - aber versuchen kann man es doch und sei es auch nur zur Bildung einer eigenen Meinung ;-)
Ich habe mich vor Jahren über die Welle der "Prosecco"-Kenner eher amüsiert - ich habe Keinen getroffen, der auch nur im Ansatz gesagt hätte - nee also, diese Brause für Erwachsene schmeckt mir so ganz und gar nicht - und genauso wird jeder (un)mögliche Trend erst möglich gemacht.... ;-)
Eline, also beim angesprochenen Kochforum sehe ich das genauso...das ist so.
AntwortenLöschenErst letzten Samstag habe ich mich auf dem Markt mit einem winzigen Angebot an frischen Schotenerbsen begnügen müssen, die übrigens fantastisch waren... Rucola hätte ich in Massen haben können. Wollte ich aber nicht :-)
In den örtlichen Bistros stelle ich diese Unifomiertheit fest. Wie das Einrichtungskonzept ist das Speisenkonzept oft ähnlich.
Heidi,
AntwortenLöschenPangasius ist ein Trendprodukt, deswegen muss er nichts Besonderes sein.
Regionalität = einfache Küche: das sehe ich anders. Es gibt komplizierte und vor allem arbeitsaufwändige regionale Gerichte, wie z. B. unsere Grammelknödel (Kartoffelteig mit Schweinegrieben gefüllt) oder schwäbische Maultaschen. Wenn man alles selbst und sorgfältig zubereitet, ist das keine einfache Küche und man braucht KnowHow. Unter einfacher Küche meinte ich mehr die schnell zubereiteten, internationalisierten (meist italienisch-asiatisch) Standards: Nudel- oder Wokgerichte.#
Köche und Kommerz - die von mir aufgezählten (Mälzer, Oliver, Wiener) halte ich nicht für gute Köche, aber sie sind gut im Marketing.
Ach Eline - jetzt habe ich mich wortreich derartig unglücklich ausgedrückt....
AntwortenLöschenAlles, was Du aufzählst habe ich gemeint, bin aber leider nur auf Spätzle gekommen...
Siehst Du - aber inhaltlich, wie kochtechnisch sieht man eben manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht!
Ich danke Dir.
Heidi,
AntwortenLöschen"mir kumman scho zamm" (was soviel heisst, wie: "wir können uns schon verständigen")
;-)
Ich tu mir da extrem schwer,und ich glaub auch, dass hier auf unterschiedlichsten Ebenen diskutiert wird... was ist ein schwierig gekochtes Gericht? Grammelknödel? Find ich gar nicht... Was, wenn ich finde, Eierspeise ist ein schwieriges Gericht?
AntwortenLöschenIch möchte einfach auch da unterscheiden: Hobbyköche/Freizeitköche und Berufsköche. In dieser Kategorie dann kann jeder für sich entscheiden, wer gut und wer ein Blender ist. Ich habe Hochachtung vor einem Weltkoch und vor allem vor so Visionären wie Ferran Adriá z.B. ... sie revolutionieren die Küchen dieser Welt... aber nur in einem sehr engen Kreis. Und wenn ich sowas will, dann gehe ich in ein "gutes" Restaurant und genieße diesen Abend und schwelge Jahre später noch in liebevoller Erinnerung.
Aber ich selber z.B. kann das für mich ganz schlecht unterscheiden. Habe ich jetzt aufwändig gekocht oder nicht? Ist das schwierige der Aufwand oder das teuer zu verabeitende Produkt? Oder liegt die Schwierigkeit in der Einfachheit der Dinge und dem weglassen von dies und das?
Ich bin ein Freund der einfachen, bodenständigen Küche, und ich jubiliere, wenn es mit ausgezeichnetem Handwerk zu einem Erlebnis erhoben wird. Ob ich diesen Anspruch immer an mich selber stelle? Ich weiß es nicht mal...
Andererseits faszinieren mich die Gewürze und Zubereitungsarten anderer Kulturen und Welten, und ich versuche mich darin, möglicherweise würde sich ein Profi dabei schütteln, ich weiß es nicht. Ich tue die Dinge im Rahmen meiner Möglichkeiten, und natürlich, ich versuche besser zu werden, zu lernen und studieren und dem Geschmack auf der Spur zu sein :-)
Jetzt wird es spannend, Ellja:
AntwortenLöschenGute Grammeln zu erzeugen finde ich aufwändig und man braucht Grundwissen. (Meine Mutter hat mir beigebracht, etwas Milch zum Schluss dazu zu geben, das karamellisiert die Grammeln so schön) Wenn man es in der Familie vermittelt bekam, findet man es gar nicht schwierig und kann es im Schlaf. Es ist ein Mosaiksteinchen des gesamten Kochwissens einer Person.
Eierspeis (Rührei) ist nicht aufwändig, aber man braucht auch etwas Geschick und vor allem Übung, um es nicht trocken werden zu lassen. Es ist ein gutes Beispiel: am Wochenende machen wir schnelles Frühstücks-Rührei, das geht in 2 bis 3 Minuten. Mit Schnittlauch oder Speck - köstlich! Wenn ich ein Blätterteigtörtchen mit Räucherfisch, Saiblingskaviar und feinem Rührei a la Gordon Ramsay als Vorspeise für ein feines Menü zubereite, brauche ich nur für das Rührei 30 Minuten und viel Rühreinsatz. Beides hat seine Berechtigung. Was mich stört ist, wenn für die zweite Variante die Begriffe "elitär, abgehoben" und das berühmte "brauch ma net" ins Spiel kommen.
Letzlich kann ich "Aufwand" schon etwas in Arbeitszeit messen, keinesfalls im Preis der Produkte.
Bodenständig ist für mich nicht gleich einfach. Gerade bei uns im Mühlviertel gibt es viele Gerichte mit hohem Arbeitsaufwand aus Basisprodukten der Region. Das ist bodenständig, aber aufwändig. Alleine wegen des Aufwandes an Arbeit werden sie ja kaum mehr gekocht, leider.
Ich finde gerade, dass einige der Blogs genauso kochen wie Du es gerade zu recht! bemäkelst, und zwar bis auf wenige Ausnahmen fast alle, die an diesem Ariane-Projekt teilnehmen....Spuckt da etwa jemand in die eigene Suppe?
AntwortenLöschenja, spannende Diskussion, sowieso. Aber da gibts sooo viele Ansätze... z.B. wo hört das Zelebrieren auf und wo fängt Show an? Wielange kann ich ein Gericht zur Perfektion treiben, bevor es schon absurd wird? Wie behält man den Blick als Laie für echte Kochkunst und Clownerie im Auge?
AntwortenLöschenIch glaube, wenn man von abgehoben und überkandidelt redet, meint man eigentlich, dass es an Authentizität fehlt. Kann das sein?
Claudia,
AntwortenLöschenich kann mit deinem Statement nix anfangen. Wer spuckt in wessen Suppe ?
Ellja,
AntwortenLöschenda ist wohl auch Stilsicherheit gefragt: wenn die Grundprodukte und ihr Wohlgeschmack von ChiChi ueberdeckt werden, ist es aus mit der Perfektion, dann steht die Praesentation, die Protzerei im Vordergrund.
Als erfahrene Koch-Amateurin mit einiger Restauranterfahrung traue ich mir schon zu, Clownerie zu erkennen und zu vor allem zu erschmecken.
Elja merkt sich nicht ganz zu Unrecht an, dass hier verschiedene Ebenen beleuchtet werden.
AntwortenLöschenWas besagte „internationale Foodblogs“ betrifft, habe ich mangels Übersicht keine Meinung. Dass der tatsächlich noch weiter mäandernde Koch- Hype Achtung und Respekt vor den Zutaten nicht förderlich ist, scheint mir offensichtlich. Die „Fruchtfolge“ eines entdeckten Produktes ist ja erfahrungsgemäß: bereichernde Idee und schwer zu bekommen, Muss für den ambitionierten Hobbykoch und bereits in ersten Diskounterregalen zu finden, unvermeidlicher Kartenbestandteil und Stern am Convenience – Himmel.
Die Gastroszene empfinde ich als seit Jahren fast unverändert: Spitzenlokale sind bekannt und recht einfach auch für den persönlichen Geschmack ausfindig zu machen; der Sumpf der Unbeschreiblichkeiten ist allerorten, versaut die Preise und das im besten Sinne „Gutbürgerliche“ ist eine Rarität. Anders geworden ist, dass es neue Produkte („Sinnlichster Salat der Welt) leichter auf die Karte schaffen; aber nicht wegen einem echten Produktbezug, sondern weil sich damit (vielleicht) ein höherer Preis erzielen lässt.
Die Respektlosigkeit gegenüber Produkten im Allgemeinen und die Banalitätswelle eines bekannten Forums im Besonderen pflege ich am nicht verarbeiteten Tier festzumachen; die 92 % Filet werden zwar gerne in diversen Töpfen verarbeitet, aber der verbleibende Rest des Tieres ist kaum eine Idee wert und im Inneren Fall gerne auch mal „ausgebuht“.
Trotzdem, es gibt sie noch, die Anderen. Letztens war hier ein Messe „Slow Food“, mit einigen echten Streitern für gute Produkte, Geschmack und Genuss. Vielleicht sollten wir uns mehr damit beschäftigen diese zu stärken. Vielleicht sollten wir den Kindern, ganz hinterhältig, einfach hin und wieder richtige Pommes machen und unter gar keinen Umständen sollten wir einen Freschanett auffahren, nur weil jemand etwas Gutes eh nicht zu schätzen weiß.
Gottfried,
AntwortenLöschen"Fruchtfolge" find ich sehr treffend!
Und bei "Freschanett" musste ich kurz mal gruebeln ;-)
Tolle Diskussion, zu der ich kaum noch etwas beitragen kann. Das Wesentliche wurde bereits gesagt.
AntwortenLöschenAls Foodblogger (ich las diese Bezeichnung hier das erste Mal) schaue ich mir hin und wieder auch die Kochshows an. Dabei wundere ich mich ebenfalls über das krampfhafte Generieren hochtrabender Gerichte und das huschhusch bei der Zubereitung.
Allerdings habe ich mir dabei schon den einen oder anderen Kniff abgeschaut und "zelebriere" ihn in stiller Andacht bei den eigenen Kochgelagen.
Über den Sinn und Unsinn dieser Welle kann man streiten. Ich ignoriere die Welle und koche, was ich will, richte an wie ich es will und genieße im Kreise meiner Mitesser.
Viele Grüße vom Bodensee
Ich habe nicht das Gefühl, daß Banalität als Kreativität in Kochblogs verkauft wird. Im Gegenteil, viele titulieren ihre Alltags- und Resteküche auch so.
AntwortenLöschenFür mich ist es momentan viel problematischer, daß im letzten Jahr - als die Kochblogs nur so aus dem Boden schossen - vor allem in den neuen Blogs nicht mehr auf Rezeptquellen, Inspirationsquellen o.ä. Bezug genommen wird.
Wir haben alle die Kreativität nicht mit Löffeln gefressen.
Deshalb:
Kreativität als seine eigene zu verkaufen, die aber vielleicht zu 100% aus einer anderen Quelle stammt, das ist problematisch.
Und:
Ich bin für jeden Kochanfänger dankbar, der mal einen Abend Convenience-Food beiseite stellt und ein Gericht aus den auch von mir nicht geliebten Kochshows nachkocht. Vielleicht entwickelt er sich ja dann.
@Nathalie
AntwortenLöschenBravo!!!
@Eline
Der Spitzenkoch heißt Alajmo nicht Aljamo, soviel zur Perfektion!
Linda,
AntwortenLöschenda hast du natuerlich recht und ich werde trotzdem noch viele Rechtschreibfehler machen, weil mir Inhalt ueber Form geht. Drum waere es nett, wenn du auch inhaltlich was beitragen koenntest.
In Search for perfection (Blumenthal).
AntwortenLöschenDie unbändige Neugier auf den Horizont, wissend dass er sich umso weiter entfernt, je näher wir ihm kommen, unterscheidet Chefs von Ingredienzien-Manipulatoren, dann, wenn zum Wollen auch noch das Können kommt?
Sich selbst, beim Kochen, auf Stilrichtungen konzentrieren, ist untadelig.
Aber wer kulinarische Denkstopper, wie einfach-und-bodenständig, kulturell-unverfälscht, bio-chemisch einwandfrei, sinnlich-berückend, ... zur Ideologie erhebt, gerät bei mir in den Verdacht, eigene Blössen bedecken zu wollen.
JO's Schmuddelküche DER Prototyp.
Ich, ein lausiger Koch.
In search of ... Sorry
AntwortenLöschenMeine Güte, was für ein Geschwafel.
AntwortenLöschenBis auf die Jakobsmuscheln & Thunfisch sind die von Dir genannten Produkte nun wirklich nicht exklusiv und in jedem Supermarkt zu haben, hättest Du Trüffel, Foie Gras, Langusten, Kingcrab geschrieben, ok.
Ich hätte dann doch mal gerne eine Liste der gemeinten internationalen Blogs, wenn man sowas schon einwirft, dann doch bitte mit Links, um dies zu überprüfen, wäre ja mal ganz interessant......
@Andrea:
AntwortenLöschenDas ändert doch nichts daran, was Eline sagt - es geht um Trendprodukte - nicht darum, dass Supermärkte damit vollgestopft werden. Auch, dass "einfache" Küche nicht einfach zu bewerkstelligen ist (jedenfalls wenn es nicht nur um das aufgewärmte Würstchen oder gebratene Ei geht) und dass die Speisekarten (auch international) sich immer mehr ähneln. Kritiklose Übernahme von: "Die Leute wollen das..." - "das stammt von XYZ - das MUSS man haben"
usw., usf.... ;-)
Wenn das "Geschwafel" ist ... dann bin ich froh nicht jedem Trend hinterher zu hecheln...
Auch wenn ich nicht immer 100% deiner Meinung bin, (lese hier regelmäßig) begrüße diesmal
AntwortenLöschenDein Posting sehr.
Es ist aber leider so dass eine offene Kritik an besagten, gut vermarkteten Köche (?) so ziemlich überall heftig gegen kritisiert wird (speziell in den großen Forum…) klar dort und woanders muss alles politisch korrekt ablaufen..
Und was Foodblogger angeht bin der Meinung das für viele gar nicht so richtig um das kochen und das kochen erleben geht sondern eher um eine Art Egotrip. Bitte nicht gleich empört hochspringen denn Du und deine Leser sind nicht damit gemeint. Solche Blogs werden meiner Meinung deshalb so gut (???) weil die Masse sich damit gut identifizieren kann. Es wird immer eine sehr geringe Zahl an richtigen Vollbluttamateurköche geben die deine Leidenschaft auf dein Niveau teilen werden. Habe wie der Zufall so will mir Gestern dieselben Gedanken darüber gemacht.
3 Amerikanischen Blogs die über 100.000 Besucher Monatlich aufweisen. Was sieht man dort???
Einfache Gerichte sowohl in der Zubereitung als auch im Endergebnis, werden stilisiert und mit sehr viel Drumherum präsentiert. Gute Vermarktung….
Auch wenn längst erkannt, schreibe trotzdem „ finde Dich einfach damit ab, das Du und ein paar anderen zu einen winzig kleinen Kreis gehörst wo Kochen als richtige Leidenschaft gelebt wird“
Andrea Schmid,
AntwortenLöschenja ich schwafle sehr gerne!
Kritik ist mir auch willkommen und ich setze mich gerne damit auseinander. Aber deine Kritik kann sich nicht auf meinen Text beziehen, den du offensichtlich nicht verstanden hast: von exklusiven Produkten war nie die Rede.
@ normanno und anonym
AntwortenLöschenMan vergisst inzwischen in der Masse an Foodblogs ja leicht, dass "das Blog" ursprünglich ein PERSÖNLICHES Webtagebuch" war. Inzwischen gibt es auch hier einen Mainstream, wie ich in meinem Text geschrieben habe.
Das gefällt manchen nicht, passt scho!
Mein Blog ist ein Egotrip, da springe ich gar nicht in die Höhe, anonym, das stimmt. Alle Blogger stellen sich selbst dar, wer das leugnet, beschwindelt sich. Warum sollte man sonst seine Rezepte, Gedanken, Fotos veröffentlichen, wenn man nicht Selbstdarstellungsdrang und auch eine Portion Sendungsbewusstein hätte? Und wenn man dazu steht, macht es auch grossen Spass.Ich freue mich über fundierte Kritik mehr als über in Blogs so häufigen Lobhudeleien. Und besonders über die zahlreichen echten Nachkocher und den kleinen und feinen Kreis der gleichgesinnten Kochverrückten.
Eine kleine Anektote zu "exclusiv".
AntwortenLöschen"Snow Crabs", die Kaltwasser-Alaska Variante von Kingcrabs, werden im Menü von "Hooters", einer Kette von über 500 Fast-Food Restaurants in USA angeboten.
Find ich schön, diese kontroverse Diskussion... auch wenn man da vom 100sten ins 1000ste käme.
AntwortenLöschenEs gibt so einige Foodblogs, die ich anfangs für sehr gelungen hielt. So wahnsinnige beeindruckende Fotos von weißen Blüten und schneeweißen Tellern auf schneeweißen Tischen mit schneeweißem Essen.... Essen? ja genau.. das war/ist wohl da nicht die Hauptattraktion. Also doch eher ein Fotografie-Blog? Inzwischen kommen mir diese immer gleichen professionell gestylten Foodblogs recht langweilig daher. Lieber gutes Handwerk und Unverwechselbarkeit - bei den Gerichten - nicht beim Styling.
Aber natürlich, ein bisschen hübsch darf/soll es schon sein.. und ja, Eline, jeder will hier ja was von sich zeigen... Foodporno, wenn man so will, und das gefällt mir auch so.. ich will ja nicht ein steriles Rezept, ich will all das drumherum, das davor, das danach, das warum... die Gedanken des/der Schreibers/Schreiberin zu seinem Essen interessieren mich. Das erst macht es zu was besonderem.
Eline, wo ist die Liste dieser ziterten internationalen Blogs!
AntwortenLöschenAntworten will auch gelernt sein...
Andrea S
Wenn du den Mut zu einem Link hättest, dann würde ich dir antworten (aber sicher nicht mit einer Liste) Aber mein Blog ist mir für derartige Kindereien zu schade.
AntwortenLöschenHallo Andrea S,
AntwortenLöschenwenn Du ein bisschen recherchieren würdest , bräuchtest Du keine Liste...
Sorry , glaube aber das deinerseitz nur eine Provokation ist...
Solche Blogs gibt`s genügend , allerdings diese als solche zu bewerten bleibt jedem übelassen....
@Andrea S.
AntwortenLöschenHöflichkeit ist eine Zier,
doch weiter kommst Du ohne ihr...
Hmmm - wer lesen kann, ist klar im Vorteil ;-)
Nachdem Du nun sogar schon 1 x von normanno , 1 x von Eline und 1 x von Anonym eine Antwort erhalten hast, beschleicht mich der Verdacht, dass das Problem bei Dir liegen muss!!!
1. - Um zu Verstehen, müsstest Du Dich schon mit dem Inhalt des Eintrags befassen und
2. - Wenn Du wirklich eine Antwort willst (möchtest!!!!), dann wäre es schon von Vorteil, dass Du, ALS GAST IN DIESEM BLOG einen angemessenen Tonfall anschlägst. Sowas sollte aus dem Alltag eigentlich geläufig sein.
3. - Auskünfte erbittet man noch immer oder wer ist hier Dein "Listenschsreiber"
4. - Recherche scheint auch nicht zu Deinen Stärken zu gehören - oder?
Sorry Eline, aber das ist ja wohl ein Fall für den Anstandswauwau...
Heidi,
AntwortenLöschenbitte ärgere dich nicht.
Ich zensuriere so ungern. Schaun wir mal. Sonst machen wir es wie im Fernsehen, wenn sich jemand live daneben benimmt: ich blende einen Werbespot ein oder poste ein unverfängliches Rezept für einen Schichtsalat ;-)
Ich möchte es mir nicht anmaßen, zu beurteilen wer ein guter und wer ein weniger guter Koch ist, noch viel weniger möchte ich dies von den Kochblogs. Meinen Respekt hat jeder, der im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, das Bestmögliche zu erreichen. Wenn sich jemand freut wie Bolle, weil er zum ersten Mal Spaghetti Carbonara gekocht hat, nachdem er sich jahrelang von Tütensuppe ernährt hat, sage ich "Klasse". Und wenn dann der Ausschlag dafür ein Tim Mälzer, oder Jamie Oliver oder wer auch immer war, bin ich der Meinung, dass der Koch seinen Job mindestens so gut gemacht oder vielleicht sogar noch besser gemacht hat, als derjenige zu dem jetzt Gourmets aus aller Welt im Privatjet nach Kopenhagen fliegen, um unter anderem Bio-Weizengrütze, gekochte Gerste, Molke, Milchhaut und dergleichen zu essen.
AntwortenLöschenIch hab jetzt eine Weile überlegt, ob ich mich auch an dieser Diskussion beteilige, denn ich finde sie wirklich schwierig und meine Gedanken gehen noch ein büschen durcheinander – ich hoffe, ich kann sie einigermaßen bündeln …
AntwortenLöschenZur Gastroszene kann ich nicht viel sagen, wir gehen dafür zu selten wirklich „gut“ essen, zu den Foodblogs dafür aber umso mehr ;o)
Im Prinzip sehe ich es ganz genau wie Nathalie (damit ist nicht nur ihr Kommentar hier, sondern auch ihr Beitrag in der Cucina Casalinga gemeint), und zwar in allen Punkten. Hinzu kommt, dass ich solche Rundumschläge sehr problematisch finde – warum? Die Foodbloggerszene ist kein Forum, keine zusammenhängende Gruppe. Natürlich gibt es immer Blogger, die sich besonders gut verstehen und gegenseitig ihre Blogs besuchen, fleißig kommentieren und diskutieren, trotzdem bleibt jeder Blog selbständig.
Wenn ich also das Bedürfnis habe, das 1365. Spargelrezept zu bloggen, dann ist das ganz allein meine Sache und vielleicht finden sich tatsächlich noch ein paar Leser, denen gerade meine Variation gefällt. Ob andere ein ähnliches Rezept bereits gebloggt haben oder ob Jemandem der Spargel zum Hals raushängt, interessiert mich ehrlich gesagt nicht die Bohne…
Mir ist es völlig egal, welche Produkte gerade in Mode sind, danach richte ich mich nicht, trotzdem würde ich anderen nicht das Recht absprechen, Bärlauch-, Rucola- oder Jacobsmuschel-Rezepte zu kochen und zu bloggen – wenn es ihnen schmeckt und sie das Produkt vielleicht gerade für sich entdeckt haben, wieso nicht? Nicht Jeder hatte das Vergnügen, seit Jahrzehnten diese Produkte zu genießen und damit zu arbeiten.
Spargel wird hier in der Region beispielsweise von vielen mehrmals die Woche gegessen, sie lieben dieses Gemüse und warten das ganze Jahr drauf, das war schon immer so und wird sicher auch immer so bleiben. Wenn Jemand anderes keinen Spargel mag, ihn für überbewertet hält oder was auch immer, hat er dann das Recht, dem Spargel-Liebhaber sein Lieblingsgemüse madig zu machen? Kann man nicht einfach akzeptieren, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind?
Wenn ich das Bedürfnis habe, Kritik an anderen Foodblogs zu üben, dann tue ich das direkt in dem entsprechenden Blog mit Bezug auf den jeweiligen Beitrag und teile die Bloggerszene nicht in meinem Blog in Gut & Böse ein.
Mich würde interessieren, was Du von Foodbloggern erwartest? Was „darf“ gebloggt werden und was nicht? Du schreibst ja selbst, ein Blog ist ein Tagebuch und mein persönliches Tagebuch fülle ich mit Dingen, die mir wichtig sind, bzw. die mir gut schmecken – feddisch!
Sorry, aber diese Diskussion erinnert mich sehr an CK-Zeiten … Unter Anderem ein Grund, warum ich dort meine Sachen gepackt und mich selbständig gemacht hab.
Wenn ich demnächst ein „Rezept“ für selbstgemachten Vanillezucker blogge, dann tue ich das, weil es da draußen sicher den ein oder anderen Leser gibt, der noch keine Ahnung hat, wie einfach die Herstellung ist. Wenn ich ein Kartoffelsalat-Rezept von meinem Freund Tim blogge, dann weil es uns geschmeckt hat.
Es gibt einige Blogs, von denen ich auch nicht gerade begeistert bin, deshalb aber so über sie zu urteilen, halte ich für wirklich bedenklich und ich hoffe, dass es nicht die Runde macht – wäre der Stimmung in der Foodblogerszene nicht wirklich dienlich. Wie heißt es im CK immer? Einfach nicht lesen ...
Es gibt doch sicher genug Blogs, die Deinen Ansprüchen genügen und Deinem Geschmack entsprechen.
@Steph
AntwortenLöschenMerci - eine sehr gute Ergänzung. Die Unterteilung in Gut und Böse hatte ich vergessen.
@Eline
AntwortenLöschenich weiß nicht, ob Du diesen Beitrag kennst:
http://www.kochen-mit-liebe.de/sonstiges/kurz-nachgefragt-bei-lamiacucina
Den habe ich vor kurzem auch Steph zukommen lassen.
Was Robert (Lamiacucina) dort sagt, hat mich echt nachdenklich gemacht...
Letztendlich entscheidet immer der Leser, ob ihm der Blog oder das Rezept an sich behagt...
Was Lokale und Chi-Chi angeht, so teile ich Deine Meinung.
Wenn man sagen kann: Das habe ich zu Hause schon besser gegessen (ZItat Robert), dann ist etwas nicht in Ordnung - ein Koch sollte (auf Grund seiner Ausbildung und Berufserfahrung) Besseres hinbekommen, als ich - dabei kann man auch die besten Zutaten völlig verhunzen!
Ich habe eine kleine innere Überzeugung, dass auch die sogenannten "Profis" bei Euch allen "spicken" gehen - denn auch sie sind immer auf der Suche nach etwas Neuem und können auch nicht alles alt hergebrachtes kennen, bzw. mögliche Variationen...
Bei Robert habe ich schon des öfteren festgestellt: schön, dass er Dieses oder Jenes wieder "ausgegraben" hat - ich zumindest kannte so einiges nicht, obwohl Althergebracht...
Somit ist das auch Arbeit gegen das Vergessen oder in der Versenkung verschwinden ;-)
Wobei: auch Althergebrachtes war irgendwann einmal Neu und wurde mit Begeisterung weitergegeben ;-)
(die Küchenkladde war der Vorläufer der Foodblogs und wurde streng gehütet und noch längst nicht jedem ausgehändigt)
Naja und auch Nachbarländer haben, zumindest in der Grenzregion ihre Einflüsse schon immer hinterlassen (Tschechien, Ungarn, Italien) - das ist an sich etwas ganz Natürliches, so dass sogar die Herkunft einer Speise manchmal nicht einwandfrei zu klären ist...
Das Pangasius-Beispiel deshalb, weil es für mich weder das Zeichen für irgend einen Trend, noch sonst etwas ist, sondern in der Tat der Versuch dem Volk ein billiges, leicht verfügbares Lebensmittel schmackhaft zu machen. Womit klappt das am Sichersten/Besten ??? Ja: wenn der XYZ aus dem TV dies auch verwendet...
Leider fällt mir dazu aus dem "Lamäng" kein weiteres Beispiel ein...
Aber, wie sagen wir Norddeutschen:
"Wat den'n Ein'n sien Uuhl, is den'n annern sien Nachtigall" (Was dem Einen die Eule, ist des Anderen Nachtigall)
@Linda,Nathalie, Steph
AntwortenLöschenich erlaube mir schon, die Leistung eines Kochs zu beurteilen, so wie die eines Automechanikers, Schusters oder Sängers. Das hat nichts mit Sympathie zu tun (Tim Mälzer finde ich i. G. zu vielen sympathisch) , aber es gibt fachliche Kriterien.
Der Einfluss der Fernsehköche auf Qualität und Häufigkeit des Selbstkochens wird völlig überschätzt, wie Umfragen beweisen. Dass es gut ist, wenn sich jemand von Tütensuppen zu Selbstgekochtem wendet, halte ich für selbstverständlich. Hab auch nie was anderes seschrieben.
"Was „darf“ gebloggt werden und was nicht? "
Alles! Und von Gut und Böse war in meinem Text nie die Rede.
Ich erlaube mir, die Qualität mancher Bloginhalte zu beurteilen, das tut ihr ja auch gerade hier bei mir und das finde ich OK. Ich lese und beteilige mich aber natürlich nicht an Blogs, die mir nicht gefallen. Bin ja kein Masochist.
Rundumschlag ist mein Text keiner, ich differenziere. Viele Kommentare führen ja oft ganz weit weg vom ursprünglichen Text. Selbstverständlich ist beim Bloggen alles erlaubt - es muss mir nur nicht gefallen. Und es ist auch erlaubt, dass ich auf meinem Blog mich nicht in einer heilen Welt bewegen will, in der ich alles gut und schön finde.
Da ich niemanden persönlich angreife sondern Trends beobachte und mir darüber meine Meinung bilde, werde ich das auch weiterhin tun.
Heidi,
AntwortenLöschendanke für den Link, werde ich lesen.
Letzlich:
AntwortenLöschenalle, die meinen, der ironisch auf das ''"respect" der Gangsta-Rapper bezogene Titel "Ich will Respekt" bezieht sich auf MICH, sollten den Text nochmals lesen. Wenn sie dann immer noch der Meinung sind, es geht um mich, dann bitte nicht hier kommentieren, sondern hier:
http://cucina-casalinga.blogspot.com/2010/04/ich-will-den-ball.html
ein letzter Kommentar von mir....
AntwortenLöschenJa so soll es sein, die Leistungen sollen beurteilt werden.
Und nein, es ist nicht richtig so subjektiv zu denken wie Steph.
Ihr Statement hier lässt einiges deuten...Bsp. zu persönlich genommen und außerdem nur weil Sie ( angeblich ) mit Tim Mälzer befreundet ist, auch keine Kritik an seiner Person duldet...
Ich bin auch jemanden der Tim Mälzer, Jaime Oliver, Sarah Wiener und noch ein paar andere für keine guten Köche hält...sind sie definitiv nicht...
Dieser Posting war der Qualität und Respekt für die Qualität gewidmet...
Was ist daran falsch vergleiche zu ziehen??
Zumal diese Vergleiche recht objektiv waren...
Steph, nur so als gutgemeinter Rat, eine objektivere Brille aufsetzten...
Und nur mal so spaßhalber die letzt hier geposteten Gerichte mit Arbeit der obigen Stars vergleichen (man braucht in dem Fall überhaupt kein Fachmann sein) und die Antwort kommt von selbst...
Selbstnatürlich unter der Voraussetzung man bleibt objektiv......
Grüße
JT
@ JT
AntwortenLöschenDa hast Du mein Statement ein wenig falsch verstanden ;o)
Tim Mälzer ist nicht mein Freund, das war ironisch gemeint und auf den Kommentar einer sehr lieben Mitbloggerin bezogen, die ihn einmal als meinen "speziellen" Freund bezeichnet hat, weil ich mit seiner Art des Auftretens durchaus so meine Probleme hatte ...
@Eline - nein - eigentlich gibt es nichts misszuverstehen, nicht einmal die Überschrift, da diese sich im Text von selbst erklärt!
AntwortenLöschenEs geht lediglich um den Unterschied von Können als Koch (Respekt vor dem Lebensmittel) und Abgehobenheit (der Koch sieht sich als Food-Designer, Maßstab aller Dinge und den Nabel der Welt)
Sicherlich war Dir bewusst, dass dies ein provokantes Thema ist und Befürworter, wie Gegner findet- aber so viele Leute, so viele Gründe, Meinungen, Auslegungen... Pro und Kontra!
Ich finde schon, dass mit all den Meinungsäußerungen in diesem Blog wirklich sachlich umgegangen wird...
Man kann sich letztendlich nur selbst die Jacke anziehen - selbst wenn sie gar nicht dafür gestrickt war...
Meiner Meinung nach hat Lamiacucina inhaltlich am Besten zusammengefasst, was Anliegen Deines Eintrages war! ;-)
Noch etwas ...
AntwortenLöschenIch bestreite absolut nicht, dass von Eline erwähnte Spitzenköche auf einem anderen Niveau kochen als Tim und seine Kollegen, trotzdem möchte ich hier eines ganz klar stellen.
Ich blogge zu meinem persönlichen Vergnügen und nicht, weil ich mich mit anderen Blogs messen oder vergleichen lassen möchte.
Wenn in einem Blog Haute Cuisine gebloggt wird, dann hat das durchaus viel Schönes, ich werd mich trotzdem nicht dafür schämen in meinem Blog ein Rezept von Sarah Wiener zu präsentieren (wer meinen Blog kennt, weiß, dass das noch nicht geschehen ist, aber wer weiß ...).
Es ist doch wirklich müßig, in die Bloggerei eine Wertung hineinzubringen, zumal jeder Blogger und Leser andere Vorlieben und Präferenzen hat.
Ich möchte einfach nur mein Ding machen, die Dinge präsentieren, die mir wichtig sind und wenn das dann noch ein paar Leser interessiert, umso besser.
Ich habe nicht vor mich irgenwelchen Kreisen anzuschließen, mich zur Gruppe der Kochverrückten zu gesellen oder sonstwas. Ich möchte Kochen, essen, schreiben, bloggen und mich DIREKT mit anderen Bloggern und Hobbyköchen auseinandersetzen.
Sachliche Kritik ist immer willkommen und gern gesehen, wenn sie direkt im entsprechenden Blog stattfindet und nicht in dieser Art und Weise ...
Und mit Verlaub, zu behaupten, dass Tim Mälzer und seine Kollegen keine guten Köche sind, ist blanker Unsinn. Sie spielen definitiv in einer anderen Liga als o.g. Spitzenköche, gut kochen können sie trotzdem ...
P.S.: Meine Brille ist übrigens noch ganz in Ordnung ;o)
Ich schliesse diese Diskussion ab, denn es kommen keine neuen Argumente mehr, im Kreis dreh ich mich lieber beim Küchentanz als mit den jetzt auftretenden, anonymen Trollen. Ich bedanke mich für die vielen konstruktiven und sachlich kritischen Beiträge, das hat Spass gemacht!
AntwortenLöschenda mich eine offensichtlich boeswillige Person mit anonymen Beschimpfungen eindeckt, muss ich leider alle anonymen Kommentare sperren. Soviel zur heilen Bloggerwelt :-)
AntwortenLöschenDas tut mir leid, wegen der vielen interessanten anonymen Kommentatoren, die ich damit verliere.
Vielleicht sieht diese Person das als Sieg und laesst mich in Ruhe.
Hab gerade eben erst den gesamten Eintrag gelesen.
AntwortenLöschenTja, da schreibst Du was. Ich hab jemanden in der Familie, der Jamie Oliver-Kochbücher hortet, dann trotzdem immer nur dieselben 6 Rezepte (gefühlte Anzahl) kocht und in unangenehme Aufregung gerät, wenn es auf dem Markt keinen Rucola gibt. Ähem.
Ich glaube, Du wirst bei mir nie dieses Kraut sehen. Und wenn doch, dann darfst Du schimpfen. :D
Zu Restaurants kann ich jetzt nicht viel sagen, für mich ist Kochen daheim deutlich billiger. Und gesünder, weil ich dann weiß, was dran ist.
Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, daß ich aus den 70er-Jahren Rezeptbücher habe, in denen explizit dieses oder jenes Fertigprodukt in der Zutatenliste stand. *grusel*
Ich habe allerdings auch für mich nicht den Anspruch, auf derselben Ebene zu kochen wie Du. Denke ich mir jedenfalls, wenn ich die Morchelravioli sehe. Aber da können wir gern in 2 oder mehr Jahren noch mal drüber reden. ;)
Hesting,
AntwortenLöschenich wollte hier ja nix mehr schreiben, weil mich einige wenige gründlich fehlinterpretiert haben, manche mit Absicht, um mich zu ärgern. Aber ich will diese Neidereien und Gezänk schnell vergessen.
Es ist ja lächerlich, mir zu unterstellen, dass ich Anfänger nicht Ernst nehme - ich beantworte oft stundenlang Emails, gebe Rezepttips und koche auch gerne mit "Lehrlingen". Aber du hast das richtig erkannt, das Können fliegt einem nicht zu, nur weil man ein paar Kochbücher eines Fernsehkochs gelesen hat. Jedes Handwerk muss man lernen, wenn man es erst nimmt, auch als Hobbykoch. Das Schöne ist ja, dass man es als Hobby macht und Spass daran haben soll.
Und gegen Rucola hab ich nur was, wenn er an jeder unpassenden Stelle, in Massen und in schlechter Qualität auftritt. Die ersten runden, zarten Blätter, die es gerade jetzt in Norditalien gibt, die bekommt man leider viel zu selten.
So, ich mach jetzt hier endgültig zu. Wir treffen uns ja hoffentlich öfter mal in den Blogs!