Kochen vor Wut ...

Wildhuhn mit Salbei-Nussbutter und Risi e Pisi
Manchmal koche ich vor Wut. Weil Menschen wegen verseuchtem "Bauernquargel" sterben und sich trotzdem Lebensmitteldiscounter weiterhin dumm und dusselig verdienen werden; weil eine ganze Region rund um den Po ökologisch ruiniert wird und die wahnsinnigen Täter, selbst wenn sie geschnappt werden, die Schäden nie wieder gut machen können; weil ignorante Stadtpolitiker, die immer von Regionalität faseln, in meinem Stadtteil einen Markt mit seinen engagierten Anbietern verkommen lassen: ... es kocht in mir, das muss raus. Laufen hilft mir in solchen Fällen, Kochen auch. Auch wenn ich weiss, das Kochen kein politisches Statement ist, aber mir tut es gut.
Darum wird dann manchmal aus "Kochen vor Wut" "Kochen aus Wut". Gestern gab es Wildhuhn mit Salbei-Nussbutter und Risi e Pisi - wer weiss, wie lange ich noch Wildhuhn am Markt kaufen kann, ob es noch biologischen Risottoreis aus den Reisfeldern am Po geben wird, ob sich Produzenten von Biobutter und unverfälschtem Parmesan am Markt halten können.
Beim Kochen und Essen beruhige ich mich dann wieder etwas, Optimismus wagt sich an die Oberfläche: immerhin kümmert sich jetzt eine lokale Zeitung um meinen Grünmarkt, nachdem ich nicht mehr geglaubt habe, dass sich jemand in der Redaktion für meine Emails interessiert und in Italien kämpfen viele engagierte Menschen gegen die Ölpest an.
Dann stört meinen üblichen Kochperfektionismus nicht mal, dass meine innere Wut etwas zu viel Hitze für den Salbei entwickelt hat ...

Kommentare:

  1. Solange die Mehrheit den Müll in den Müll-Läden kauft, wird von den Müll-Produzenten eben Müll produziert - So siehts aus! Unsere Produkte vom roten Moselweinbergpfirsich kauft auch nur ne Minderheit...

    AntwortenLöschen
  2. Ich erstarre zur Salzsäule, weil ich oft mit anhören muss, wie selbst respektable Menschen den Denkstoppern der Lobbyisten blind folgen: NahrungsIndustrie sei der Fortschritt zu erschwinglicher Nahrung, unverzichtbar für die arme allein-erziehende Mutter.
    Nicht begreifend, dass der Wohlstands-Downturn einen Namen hat: Niedrigstpreis.

    Selbst der Weinskandal, konnte diesen Mythos nicht stoppen.

    AntwortenLöschen
  3. Eline ja ich folge Dir.. kann Deine Wut verstehen... Ich habe heute einen neuen Job angefangen nach 15 Jahren Familienbetrieb und nun in der neuen Firma mit den Kollegen das erstemal Mittag gegessen...40% meiner Kollegen machen eine Tüte auf schütten da heißes Wasser aus einem Wasserkocher rein und essen das.. ich dachte ich sterbe... das ist MÜLL und da ist nix echtes dran... ich hätte schreien können - habe tapfer den Mund gehalten und weggeschaut - weil ich den Job halten will... aber schön ist was anderes. Bei uns im Ort.. fast alles Winzer gibt es zwei die in den letzten Jahren wieder beim panschen erwischt wurden.... meine Freundin in Kananda die eine Bio-Farm hat - weint weil ihre nachbarn mit den übelsten Mitteln sprühen und nun Gensoja anbauen... seufz... aber solange es einen Markt gib... wird es diese Produkte geben..

    Herbert ich bin auch so eine alleinerziehende Mutter - wo ein Wille und Wissen - ist ein Weg.. ABER bei einigen fehlen Kochkenntnisse, mangelndes Bewusstsein, ein Hang zur Bequemlichkeit und schlicht ein sehr knappes Budget....

    AntwortenLöschen
  4. Das ist nunmal das Prinzip einer Marktwirtschaft, die Nachfrage regelt das Angebot... und alle machen mit ohne darüber nachzudenken, was es im Bereich der Lebensmittelproduktion, die ja leider auch schon in weiten Teilen der Industrie angesiedelt ist, für Auswirkungen haben kann.
    Für uns heißt es da dran bleiben und weiterkämpfen.
    Manchmal habe ich die Hoffnung, dass es doch noch eine Umkehr im Denken geben wird und gesundes, natürliches Essen eine "neue" Modeerscheinung wird.

    AntwortenLöschen
  5. Claus,
    roter Moselweinbergpfirsich - das kling wie Musik in meinen Ohren!

    Alissa,
    ich kenne das von früheren Jobs: die Männer trinken Red Bull zur Wurstsemmel und die Frauen löffeln Instantsuppe light. Ich habe mir abgewöhnt, Leute konkret bekehren zu wollen, mein -Sendungsbewusstsein lebe ich im Küchentanz aus.
    Alles Gute im neuen Job!

    Suse,
    ich glaube, dass der freie Markt in der Lebensmittelerzeugung ziemlich ausgeschaltet ist. Wenn man bedenkt, wer in der Landwirtschaft und in der Nahrungsindustrie die grössten Subventionen bekommt, daher viel Geld für Werbekampagnen hat - da ist keine Marktwirtschaft mehr im Spiel, sondern massiver Lobbyismus, der öffentliche Gelder kassiert.

    AntwortenLöschen
  6. Du sprichst mir aus der Seele, Eline. Wie Suse hab ich aber die Hoffnung, dass es weiterhin zumindest noch Nischen gibt.

    AntwortenLöschen
  7. Ja, Toni, wir Kochverrückten sind ja solche Nischen-Wesen ;-)

    AntwortenLöschen
  8. Suse, der freie Markt in der Nahrungsmittel-Produktion ist ausgeschaltet, weil "wir", wie im Gesundheitssystem, uns den Verlockungen und Drohungen nicht verschliessen können und unsere Freiheit gegen Scheinsicherheit eintauschen.

    Die Lock-und-Drohargumente für das Verschweisste-und-Vorgekaute im Neonleuchten-Regal sind Hygiene, Ausgewogenheit, Haltbarkeit, Reproduzierbarkeit, .....

    AntwortenLöschen
  9. Ja und Nein. Denn solange es viele Konsumenten gibt, die beim Discounter die eigentlich viel zu günstige Milch kaufen, solange die Mehrheit jeden Tag Fleisch zu Spottpreisen verzehren will ungeachtet des Preises (nicht des Geldes) der dafür gezahlt wird, solange es also einen Markt für diese Produkte gibt, solange wird kaum etwas zu ändern sein.
    Die alleinerziehende Mutter lass ich hier mal außen vor, die wäre für mich nicht der Maßstab.
    Die Lock- und Drohargumente würden einiges an Kraft einbüßen, wenn sich insgesamt mehr mit den auseinander gesetzt wird, was man verspeist.

    AntwortenLöschen
  10. Nicht zu vergessen, wie unter dem Deckmäntelchen des Verbraucherschutzes und zweifelhafter Hygiene- und Herstellungsvorschriften Kleinerzeuger zur Aufgabe „gevorschriftet“ werden. Damit wird der industriellen Nahrungserzeugung in einer Art und Weise in die Karten gespielt, dass nur Gutmeinende von reiner Ignoranz der Verantwortlichen ausgehen können.

    AntwortenLöschen
  11. Hallo Eline,

    nach dem Lesen dieses Eintrages habe ich erst einmal geschluckt... und alles sacken lassen und mich zwischenzeitlich erst einmal informiert was denn überhaupt ein Bauernquargel ist... (tut mir leid - das hatte ich zuerst für eine mundartliche Umschreibung gehalten). Da ich jetzt weiß, um was es geht...
    Ich finde, dass hier die Medien, wie auch im Falle von BSE und so weiter wieder, einmal auf einen Zug aufgesprungen sind, um Quote zu machen.
    Der Neuzeitmensch weiß in der Regel nichts mehr über Herstellungsverfahren. Das an sich ist nichts Verwerfliches. Ich stelle in Frage, dass die Mehrheit aus dem ff den Unterschied von H- und Frischmilch erklären könnte.
    Bakterien in Frischmilch sind von Haus aus etwas ganz Normales. Eine keimfreie Milch ab Kuheuter gibt es nicht, weil es sich nicht sterilisieren, sondern nur durch vorherige Hautdesinfektion keimarm halten lässt. Deshalb ist auch die größtmögliche Sorgfalt bei der Verarbeitung von Nöten, weil Bakterien nun einmal die Eigenschaft haben, sich unter guten Bedingungen (Temperatur) rasant zu vermehren. Das ist auch auf dem kleinen Bauernhof nicht anders.
    Der Verbraucher isst, was ihm schmeckt, weiß aber eigentlich nichts mehr darum und auf der Verpackung findet man auch nicht unbedingt taugliche Hinweise, wie: "Dieses Käseerzeugnis wird aus Frischmilch hergestellt. Schwangeren und gesundheitlich belasteten Personen wird daher vom Verzehr abgeraten!" - Nun ja und dann bleibt immer noch das Risiko das der Verbraucher hat: Warum??? Auch Listerien im Käse sind nichts unnormales aber: die Dosis macht das Gift!!!
    Zum Vergleich:
    Auch zu Hause kann man sich z.B. durch das Duschen mit Legionellen infizieren und daran versterben (Legionärskrankheit) - denkt man etwa beim Duschen daran - oder lässt man es deswegen?
    Ja - solche Unglücke kommen vor, selten - aber man kann diese Risiken eben nicht ausschließen!
    Viel zorniger macht mich der andere Aspekt diesen Eintrags:
    Irgendwo wird heimlich und feige der Ölhahn aufgedreht - diese Folgen kann niemand vorhersehen und das ist wirklich Heimtücke am Leben des Menschen!
    Ich habe einen Vater gehabt, der Ölkrank war. Hier im Ort hat es 45 einen Kaufmann gegeben, der Speise- und Maschinenöl vermischt hat, um sich so auch noch in Kriegszeiten zu bereichern. Es hat hunderte Tote gegeben. Wer nicht daran verstarb, saß im Rollstuhl, ging an Krücken oder hatte "nur" deformierte untere Extremitäten, wie mein Vater, bei dem nur 1 Stück Kuchen ausgereicht hat, um sein ganzes Leben ab dem 9. Lebensjahr komplett zu verändern. Ich kenne ihn eigentlich nur mit Schmerzen in den Beinen bis zu seinem Tod.
    Ach so: der Kaufmann wurde nach 45 vor das Gericht gebracht und wurde hingerichtet....
    Heute gehen Bilder um die Welt, wie Tiere qualvoll in der Ölpest verenden - und das sind Folgen, die durchaus einzuschätzen, vorhersehbar und abwendbar sind (in den meisten Fällen jedenfalls).
    Das nenne ich wirklich gewissenlos, wenn man dann trotzdem an die Tanks schleicht und diese öffnet...
    Tja - diese Leute haben allerdings von vorne herein mehr Glück, als der Kaufmann von damals...
    Bei mir stellen sich dagegen die Nackenhaare auf!

    LG Heidi

    AntwortenLöschen
  12. Heidi,
    danke für einen Beitrag. Deine Erzählung vom "ölkranken" Vater hat mich sehr berührt. Die Unmoral des damaligen Ölpanschers war unmittelbarer sichtbar als die der Verantwortlichen dieses Konzernes, der den verseuchten Käse hergestellt hat. Ich weiss, dass Listerin auch im Rohmilchkäse, auf Gemüse und Fleisch vorkommt, das akzeptiere ich, so wie die Gefahr von Salmonellen bei Rohei, usw.
    Was ich nicht akzeptiere, sind die Ursachen für diesen verseuchten Industriekäse: industrielle Produktion von Lebensmitteln so billig wie möglich zu halten, begünstigt Schlamperei und Fahrlässigkeit. Ein Zusatz, der Listerien im Quargel verhindern sollte, wurde bei unveränderten Produktionsbedingungen weg gelassen. Durch Käfer im erzeugenden Betrieb wurden dann die Listerien übertragen.

    AntwortenLöschen
  13. Gottfried, da muss ich mal kurz "stutzen", ob du DER bist?
    Jedenfalls hast du diese Verlogenheit, dem dreisten Lobbyismus edlen Konsumentenschutz als Mäntelchen umzuhängen, ganz treffend beschrieben.

    AntwortenLöschen
  14. Oh ja - das mit den innerbetrieblichen Bedingungen ist mindestens ebenso böse, wie das Vorgehen des Kaufmanns von damals.
    Hygienebedingungen sind eben nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das ist grob fahrlässig und nichts anderes. Was mich stutzig macht: wieso hat das Labor des Betriebes eigentlich nichts merken können oder doch eher nicht wollen??? Man kann so einiges einsparen.... natürlich nuuuur aus Kostengründen ;-)
    Dann jedenfalls wurden billigend die aufgetretenen Folgen in Kauf genommen.
    Wie Du schon dargestellt hast - für den Profit ist so einiges möglich. Man hat heute großes Glück, dass bestimmte Strafen abgeschafft worden sind - das ermöglicht zumindest ein "Schulterzucken" auf Seiten der Verantwortlichen!
    LG Heidi

    AntwortenLöschen
  15. Suse, natürlich möchte ich mündige Konsumenten und deshalb müssen sie auch grübeln.

    Aber zu verstehen, warum sich, bei ca 30.000 bis 50.000 Flaschenproduktion, der
    a) EUR 1 / Fl. Winzer sich nur seinen eigenen Wein,
    der
    b) EUR 4,30 / Fl. Winzer seinen eigenen Wein nicht mehr
    und
    c) der EUR 15 / Fl. Winzer seinen eigenen Wein wieder
    leisten kann, ist nicht so einfach.
    Preis-Ertrag-Qualitätskosten verändern sich eben nicht linear.
    Und wenn, wie bei Nahrung, dann auch noch Lug-und-Trug ins Spiel kommt?
    Es ist schon das System.
    Fatal wird es, wenn die allein-erziehnende Mutter auch noch in der niedrig-Preis-niedrig-Lohn Junk-Fabrik arbeiten muss?

    AntwortenLöschen
  16. Herbert,
    ich wollte mit meinen Ausführungen gar nicht gegenan stinken oder gar irgendwelche politischen/wirtschaftlichen Praktiken entschuldigen oder erklären. Ich empfinde die erwähnten Beispiele alle durchweg als skandalös, untragbar und weitestgehen sogar menschenfeindlich.
    Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Einstellung zum Essen der breiten Masse viele, sicher nicht alle Dinge, gepusht, wenn nicht sogar erst möglich gemacht hat. Meistens gibt es eben mehrere Ursachen, die erst eine Katastophe möglich machen, Auslöser nur einen.
    Dein Beispiel mit dem Winzer find ich durchaus nachvollziehbar und anschaulich. Wobei es in meinen Augen schon eine gewisse Linaerität erkennen lässt, schließlich können sich alle Winzer den ersten, 2 und 3 den zweiten und nur 3 den dritten Wein leisten...
    Aber ich verstehe natürlich, was du eigentlich damit zum Ausdruck bringen möchtest.

    AntwortenLöschen
  17. Einverstanden! Wir haben ja das identische Ziel.
    Nur in der Beurteilung, sind es die Konsumenten oder deren (Schein)Schützer, die den Downturn eingeleitet haben, sind wir abweichend?
    Und das ist gut so. Gleichklang und Kreativität sind keine Zwillinge. IMO.

    AntwortenLöschen
  18. Hallo,

    Neben der Wut keimt bei den Beiträgen ein wenig Hoffnung. Es gibt sie doch. Die Mitdenker und Nichtlemminge.
    Zugegeben ich bin ein wenig extrem in solchen Fragen. Mein Maßstab ist die Verantwortung die wir gegenüber unserer Umwelt haben. Wer gibt uns das Recht eine Pute (eigentlich ein stolzer Vogel) in einen schmerzgeplagten, mißgestalteten, federarmen und penizilingetränkten Fleischklops zu verwandeln nur damit wir im Supermarkt zum Spottpreis (und hier meine ich jetzt nur das Geld) angeblich gesundes und mageres Geflügel kaufen können. Wer gibt uns das Recht Kühe zu züchten, die 40 Liter Milch am Tag geben. Um diese Leistung zu bringen müssen sie mit Kraftfutter vollgestopft werden, als Stofwechselprodukt entsteht Aceton das sich im Blut absetzt und nach maximal 5 Jahren verendet das arme Vieh qualvoll. Eine normale Milchkuh gibt 20 -25 Liter Milch ernährt sich von dem was wir unter dem Sammelbegriff "Gras" zusammenfassen und lebt 15 -20 Jahre glücklich und zufrieden. Die Liste liese sich endlos fortsetzen. Ich widersprech ganz energisch der Aussage "Der Neuzeitmensch weiß in der Regel nichts mehr über Herstellungsverfahren. Das an sich ist nichts Verwerfliches." Doch Unwissenheit ist verwerflich. Dem von Gottfried angesprochenen volksverdummenden Lobbyismus der irgendwann die Wildpute und die "normale" Milchkuh zum Volksfeind Nummer 1 erklärt kann nur durch Wissen und Aufklärung begegnet werden. Es ist unverantwortlich etwas zu verzehren, über dessen Entstehungsprozess ich nicht hinreichend informiert bin.
    Noch ein Wort, zur Alleinerziehenden Mama die in der Niedriglohnbranche arbeitet. Wenn wir alle verantwortungsbewusst handeln, dann gibt es diesen Personenkreis nicht mehr, weil der Markt für die so erzeugten Produkte und Dienstleistungen nicht mehr existiert. Aber wir leben heute und in der Realität und haben bei aller Extremität die Füße auf dem Boden. Ich gehe jede Wette ein, dass ich in der Lage bin jederzeit mit gesundem Gemüße und gelegentlichen Fleisch- / Fischeinlagen eine Familie dauerhaft günstiger oder zumindest nicht teurer zu ernähren, als mit dem hier verschiedentlich schon angesprochenen "Müll". Das geht mit Wissen durchaus auch neben dem Job. Sicher sind da vielleicht die Produkte vom roten Moselweinbergpfirsich nicht dabei, aber die werden sicher nicht nur von einer Minderheit gekauft, sondern auch für eine Minderheit erzeugt. Das soll keine Kritik sein, sondern nur zeigen, das gesunde und verantwortungsbewusste Ernährung keine Luxusfrage ist. Luxus fängt an einem anderen Punkt an.
    Bleibt zum Schluss noch die Frage wer ist in dieser Prozesskette alles strafbar. Derjenige der leichtfertig eine Ölpest verursacht, derjenige der Nahrungsmittel mit Methoden produziert, die moralisch und ethisch nicht zu vertreten sind, derjenige der Qulitätskontrollen minimiert um Gewinn zu maximieren oder auch derjenige der diese "Straftaten" durch sein Konsumverhalten begünstigt. Und welche Rolle spielt dann der Verbraucherschutz, der die armen Verbraucher davor so gar nicht beschützt hat...

    So jetzt hör ich auf, vor ich mich noch in Rage schreib und wirklich zornig werd, denn dann ist die Gefahr groß, dass ich in das Thema Ethik und Ernährung abgleite. Wie schon gesagt ich bin etwas extrem.... ;-)

    Achso, jetzt gehe ich kochen. Ich hab heute frei und werde mir die Zeit nehmen meiner Familie zum Mittag bodenständige schwäbische Hausmannskost zu servieren.

    AntwortenLöschen
  19. Agaricus,
    ich hoffe, deine Kochtherapie zum Wutabbau war so erfolgreich wie meine. Aber ein bisschen Wut soll bei uns ja übrig bleiben, damit wir uns gegen den Wahnsinn auflehnen.
    Ich freue mich, dass so viele interessante und vor allem konstruktive Beiträge zu diesem Thema kommen!

    AntwortenLöschen
  20. @agaricus - ja und genau da läuft der Hamster im Rad... wo ist denn noch das "saubere Meer" (Schadstoffe direkt ins Meer zum Vergammeln versenkt - wenn es denn überhaupt vergammeln kann)??? Fische als Plastik-Müll-Container - wieder direkt auf den Tisch). Ich zum Beispiel wohne beinahe an der Ostsee und mag keinen Fisch - ich möchte auch kein Zwangs-Vegetarier werden und selbst das ist nicht unbedenklich zu genießen, da man viel behaupten kann. Rückrufaktionen wegen zu hoher Pestizid-Belastung aus dem Boden und der Luft usw., usf.
    Die EU hat die Amflora Kartoffel durchgewunken und heute steht in der Zeitung, dass BASF weitere 4 Sorten anmelden möchte...
    Nano-Technologie überall - keiner weiß etwas um die Spätfolgen, wenn derlei Reinigungsmittel eingeatmet oder Kosmetikartikel, bzw. Zahnpasten benutzt und über die Haut aufgenommen werden - aber es wird gemacht...
    Verlogene Angaben, Werbung, Umweltpolitik... die Liste lässt sich beliebig erweitern. Man wird auch nicht mit dem Umweltgewissen geboren. Das verhält sich in der Regel, wie die Einstellung zur Rente wenn ich erst 18 Jahre alt bin... ist ja noch alles gaaaanz weit weg.
    Mich macht wütend, dass ich alles im Hinterkopf haben muss, wenn nicht, dann bin ich die Dumme - so oder so... ich kann nicht gleichzeitig das Fachwissen eines Mediziners, Biologen und diverse weitere Berufsgruppen in mir vereinen - es wird immer nur ein vergleichsweises Halbwissen sein können, wenn ich mich auch noch den täglichen normalen Aufgaben in meinem Leben widmen will und muss.
    Übrigens hat sich in der Nachbarschaft ein ehemaliger Bauer auf die Verarbeitung und Herstellung eigener Erzeugnisse verlegt. Soweit tolle Sache - wenn er nicht sein eigenes Vieh zur Schlachtung abgeben und dafür angeliefertes Fleisch zur Verarbeitung nehmen müsste. Das ist Vorschrift - nach seiner Auskunft und soll die Sicherheit erhöhen. Ist das wirklich so? Wer prüft das? Wenn das nicht so ist, dann habe ich sogar hier das Nachsehen, obwohl ich beim Kleinerzeuger einkaufen würde... Ja und da meint man doch, dass einem der Erzeuger bekannt ist...

    LG Heidi, die II.

    AntwortenLöschen
  21. Hallo Eline,

    ja, das Kochen hat geholfen. Nudelteig kneten ist körperliche Arbeit, Gemüseschnippeln entspannend, Zwiebeln schneiden fast ein sinnlicher Akt und Abschmecken die pure Vorfreude...;-)

    @Heidi. Ganz so schwarz würd ich nicht sehen. Das Einkaufen beim Erzeuger ist schon möglich und der Erzeuger kann durchaus auch seine eigenen Produkte verkaufen. Die EU legt in vielen Fällen die Hürden hierfür unnötig hoch, deshalb ist es wichtig die Betriebe zu unterstüzen, die wirklich direkt vermarkten. Ich kaufe das meiste Rindfleisch das ich brauche direkt von dem Bauern der diese Rinder züchtet und dort sieht man sie auch den ganzen Sommer auf der Weide. Ich würde nichts bei einem Direktvermarkter kaufen, dessen Produktionsmethoden ich nicht kenne. Das allgemeine Umweltrisiko verschwindet dadurch nicht. Aber der Verbraucher hat mehr Macht als er ahnt. Wenn er weniger lamentiert und mehr konsequent handelt. Der geringe Marktanteil von Bio und/oder Fairtrade Kaffee liegt den großen Röstereien so quer im Magen, dass sie ernsthaft über Änderung ihrer Produktionsmethoden nachdenken. Im übrigen ist Jammern unerotisch.... *fg

    AntwortenLöschen
  22. @ agaricus - na da haben wir doch den gemeinsamen Nenner!
    Deinen letzten Aussagen kann ich mich voll und ganz anschließen, auch was die (Un)erotik des Jammerns betrifft - da kochen wir doch lieber vor Wut, wie von Eline, Dir und auch mir praktiziert ;-)
    Wünsche allerseits weiterhin produktive Küchentätigkeiten und inspirativen Austausch.
    Liebe Grüße an Dich und Eline
    Heidi

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...