Blunzen ist mir nicht Blunzen! Blutwurstgröstl und Speckbirnenmost

Wie unzulänglich sind meine Tags hier! Fleisch-oder doch eher Erdäpfelgericht? Ein Blunzengröstl (Blutwurstgröstl) fällt irgendwie dazwischen. Ein Lieblingsgericht, das ich jedoch nur selten so serviert bekomme, wie ich es mag: nicht als gatschig-graue Masse sondern mit goldgelben Erdäpfelscheiben und knusprig-saftigen Wurstradeln und reichlich karamellig geröstetem Zwiebel. Im Winter mit Sauerkraut, in wärmeren Jahreszeiten mit einem rohen Krautsalat. 
Also es steht fest: Blunzen ist mir nicht Blunzen! (was bei uns heisst: ist mir nicht egal!) In Wirtshäusern esse ich lieber Blunzen im Ganzen gebraten, da geht nicht so leicht was schief wie beim Gröstl, denn das braucht Aufmerksamkeit und Zeit. Zuhause zelebriere ich das Gröstl-Machen. Mit zwei eingefahrenen Eisenpfannen, gutem Schmalz und viel Zeit. Und ich nehme gerne die Kritik auf mich, dass ich ein bisserl spinne, weil ich um ein rustikales Gericht so ein Gschisti-Gschasti mache, wenn das Resultat dann so köstlich schmeckt.
Noch etwas Blunzenkunde:
Blutwurst ist nicht gleich Blunzen. Und das Gelingen eines Blunzengröstls hängt von vielen Parametern ab: Fett, Pfanne, Hitze, Erdäpfelqualität und vor allem von der Güte, Frische und Konsistenz der Blunzen (die übrigens immer nach Mehrzahl klingt, auch wenn man nur eine zur Verfügung hat!). Frisch, keinesfalls geräuchert, mit dünnem Naturdarm, der sich in der Pfanne mit der Fülle zu einer traumhaften Kruste verbindet, und mit einem lockeren Brät, das gebraten etwas zerfällt. Gut, aber nicht zu viel mit Pfeffer, Majoran und Piment gewürzt, gerade würzig genug als Kontrast zur Süsse des Blutes. Vergesst dicke Heurigen-Blutwurst mit grossen Speckwürfeln oder gar Blutwurst im künstlichen Wursthäuten. Auch britische Black Puddings, katalanische, französische, deutsche Blutwürste - mögen sie noch so wohlschmeckend sein - die meisten davon werden ein Gröstl zum Scheitern bringen. 

Blunzengröstl
Zutaten für 2 Portionen:
450 g Erdäpfeln, fest kochend
2 EL Schweineschmalz (Butterschmalz)
1 grosse Zwiebel, rot
100 ml Rindsuppe, heiss
½ TL Kümmel, gemahlen
½ TL Salz
Pfeffer, schwarz
ca. 300 g Blunzen
1 EL Mehl, griffig
1 EL Schweineschmalz (Butterschmalz)

Zubereitung:
Erdäpfel in der Schale in Wasser nicht zu weich kochen. Abgießen, auskühlen lassen. Zwiebel fein schneiden und in einem EL Schmalz in einer schweren Pfanne (Eisenpfanne ist am besten!) langsam bräunen. Zwiebel aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Jetzt die abgekühlten Erdäpfel schälen, in Scheiben schneiden und mit dem zweiten EL Schmalz in der Pfanne knusprig braten. Jetzt heisse Suppe und Gewürze zugeben. Die Suppe macht das Kartoffelgröstl saftig, aromatisch und spart dadurch weitere Fettzugabe. Parallel zum Gröstl in einer weiteren Eisepfanne die in Scheiben geschnittene und in Mehl gewälzte Blunzen rasch knusprig braten. Man kann die Wurstscheiben unter das Gröstl mischen oder obenauf anrichten. Zu diesem Gericht passt am besten Sauerkraut oder kalter Krautsalat. Im Winter schmeckt auch etwas geriebener Kren dazu.


 

Hier im Mühlviertel wachsen auf kargen Gneisböden besonders gute Erdäpfel. Diese erfreuen als Sauerdäpfel in Magermilch gekocht auch die Weideschweine als begehrtes Zusatzfutter. Von diesen Schweinen machen wiederum  Bio-Bauern nach ihren eigenen Hofrezepten die frischen Blunzen, die ich dann für mein Gröstl verwende. 


Ich trinke zum Blunzengröstl meist Bier. Aber diesen feinen Speckbirnenmost vom Köglerhof mag ich fast so gerne wie H. Eine sehr feine gebratene Haus-Blunzen mit Erdäpfelschmarren gibt es in diesem Bio-Mostheurigen hoch über Linz am Koglerauer Spitz auch. Derzeit blühen dort die Mostbäume besonders schön!
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